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Medizin

Aortenstenose: Überlebensvorteil mit mechanischen Herzklappen

Sonntag, 15. November 2015

dpa

Stockholm – Patienten im Alter von 50 bis 69 Jahren haben nach einem Aortenklappen­ersatz langfristig bessere Überlebenschancen, wenn die Chirurgen ihnen eine mecha­nische Klappe statt einer biologischen Prothese implantieren. Dies geht aus einer Analyse eines schwedischen Patientenregisters im European Heart Journal (2015; doi: 10.1093/eurheartj/ehv580) hervor.

Die Frage nach der besten Option beim Aortenklappenersatz beschäftigt Herzchirurgen und Patienten seit der Einführung der biologischen Prothesen. Bei einer biologischen Prothese ist keine Antikoagulation notwendig, was vor allem bei älteren Patienten von Vorteil ist. Bei jüngeren Patienten wird eher eine mechanische Prothese bevorzugt, da sie als robuster angesehen wird. In der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren fällt die Wahl häufig schwer.

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Ein Team um Ulrik Sartipy vom Karolinska Institut in Stockholm hat die langfristigen Ergebnisse der beiden Optionen miteinander verglichen, wobei den Forschern die zentrale Identifikationsnummer half, die in Schweden allen Einwohnern zugeordnet ist und die in unterschiedlichen Registern verwendet wird. Die Analyse umfasst 4.554 Patienten, bei denen zwischen 1997 und 2013 ein Aortenklappenersatz durchgeführt wurde. Dabei wurde in sechs von zehn Fällen eine mechanische Klappe und in vier von zehn Fällen eine biologische Herzklappe implantiert.

Um einen fairen Vergleich durchzuführen, stellte Sartipy 1.099 Patientenpaare gegenüber, die sich in möglichst vielen Eigenschaften (außer der Wahl der Aortenprothese) glichen. Ergebnis des „Propensity score Matchings“: Patienten mit einer mechanischen Klappe hatten langfristig etwas bessere Überlebenschancen. Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug 92 statt 89 Prozent, nach zehn Jahren lebten noch 79 gegenüber 75 Prozent und nach 15 Jahren waren es 59 gegenüber 50 Prozent. Sartipy ermittelt eine Hazard-Ratio 1,34, die bei einen 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,09 bis 1,66 signifikant ausfiel.

Der Abgleich mit anderen Patientenregistern ergab, dass Empfänger von Bioprothesen mehr als doppelt so häufig einen erneuten Klappenersatz benötigten (Subdistributions Hazard Ratio 2,36;  1,42-3,94), andererseits aber nur halb so häufig wegen schwerer Blutungen behandelt werden mussten (Subdistributions Hazard Ratio 0,49; 0,34-0,70). Schlaganfälle traten in beiden Gruppen gleich häufig auf. © rme/aerzteblatt.de

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