NewsVermischtesInfektionsrisiko bei Vaginalultraschall gut beherrschbar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Infektionsrisiko bei Vaginalultraschall gut beherrschbar

Mittwoch, 18. November 2015

Düsseldorf – Das Infektionsrisiko bei einer Vaginalsonografie ist bei intakter Scheiden­schleimhaut gering. Das erläuterte Sebastian Werner vom akkreditierten Prüflabor für Medizinproduktesicherheit HygCen in Schwerin auf der Medica Education Conference 2015 in Düsseldorf.

Die Vaginalsonografie wird zunehmend eingesetzt, um Erkrankungen im Bereich von Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken zu diagnostizieren. Für die Untersuchung führt der Frauenarzt einen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Für Robert Koch-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gehören diese Art der Ultraschall­köpfe zu den „semikritischen Medizinprodukten der Kategorie A“. „Semikritisch“ bedeutet, dass die Geräte zwar nicht mit Blut, inneren Geweben und Organen in Berührung kommen. „Eine Infektion ist jedoch vor allem bei einer Verletzung oder Erkrankung der Schleimhaut nicht ganz auszuschließen“, erklärte Werner.

Die Ultraschallköpfe müssen selbstverständlich nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert werden. Eine Dampfsterilisation ist aber nicht möglich, da sie die Elektronik zerstören würde. Die Desinfektion sei bei semikritischen Medizinprodukten aber mit unterschiedlichen Chemikalien möglich.

Anzeige

„Die eingesetzte Substanz muss jedoch auf die speziellen Infektionsrisiken in der Vagina Rücksicht nehmen“, forderte Werner. Denn übertragen werden könnten nicht nur Krankheitserreger aus der Scheide, sondern auch Keime aus der Darmflora, den Harnwegen und dem Perianalbereich. Dazu gehören laut Werner Bakterien wie Mykoplasmen und Chlamydien, tierische Einzeller und Hefepilze sowie behüllte und unbehüllte Viren. Auch Wurmeier oder bakterielle Sporen kämen vor. Die Ansprüche an die verwendeten Desinfektionsmittel seien deshalb hoch. „Sie müssen bakterizid, mykobakterizid und sporizid sein“, betonte der Hygiene-Experte.

Vorsicht ist geboten, da laut Werner in Studien nach Aufbereitung von transvaginalen Ultraschallsonden noch Gene von humanen Papillomaviren (HPV) nachweisbar waren. „Dies lässt darauf schließen, dass bei ungenügender Aufbereitung der Sonden HPV übertragen werden könnten – dies ist ein von vielen Hygieneexperten unterschätztes Problem“, warnte Werner.

Die Fachkommission „Hygienische Sicherheit medizintechnischer Produkte und Ver­fahren“ der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat derzeit zwei Aufbereitungsverfahren das Prüftestat für die hygienische Sicherheit verliehen. Ein Verfahren basiert auf der Desinfektion durch UVC-Strahlung, das andere auf der Wasserstoffperoxid-Desinfektion. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Oktober 2020
Berlin – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Forderungen aus der Union zurückgewiesen, das geplante Arbeitsschutzkontrollgesetz zu verwässern. „Wir müssen den Sumpf in Teilen der
Heil weist Unionsforderungen nach Abschwächung von Arbeitsschutzgesetz zurück
23. Oktober 2020
Frankfurt/Main – Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat ein nationales Hygienerahmenkonzept für sichere Sportveranstaltungen in Zeiten anhaltender SARS-CoV-2-Pandemie vorgelegt. „Die Gesundheit
Sicheres Sporttreiben: DOSB legt Hygienekonzept für Wettkämpfe vor
14. Oktober 2020
Boston – Frauen mit unregelmäßigen oder langen Menstruationszyklen im Jugend- und Erwachsenenalter haben nach den Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ, 2020;
Studie: Zyklusstörungen könnten bei Frauen das Leben verkürzen
12. Oktober 2020
Sydney – Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays und Bankautomaten kann das Coronavirus SARS-CoV-2 unter bestimmten Laborbedingungen bis zu 28 Tage überleben. Das schreibt zumindest die
Studie: Coronavirus kann unter Laborbedingungen bis zu 28 Tage auf Oberflächen überleben
9. Oktober 2020
Bad Homburg – Fresenius Medical Care will sich dafür einsetzen, die bislang noch stark fragmentierte Behandlung nierenkranker Menschen enger und über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg zu
Fresenius Medical Care will Versorgung von Nierenpatienten verbessern
9. Oktober 2020
Nürnberg – Hände nass machen, rundherum für mindestens 20 Sekunden einseifen, gründlich abwaschen, sorgfältig abtrocknen. Dieses Ritual steht derzeit besonders im Fokus. Während Händewaschen früher
Nicht nur wegen Corona: Händewaschen nicht vergessen
6. Oktober 2020
Dresden – Die Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer (SLÄK) hat die große Bedeutung von Hygienemaßnahmen und Infektionsschutz im Praxisalltag erneut unterstrichen. Anlass sind vermehrte Rückmeldungen von
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER