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Vermischtes

Infektionsrisiko bei Vaginalultraschall gut beherrschbar

Mittwoch, 18. November 2015

Düsseldorf – Das Infektionsrisiko bei einer Vaginalsonografie ist bei intakter Scheiden­schleimhaut gering. Das erläuterte Sebastian Werner vom akkreditierten Prüflabor für Medizinproduktesicherheit HygCen in Schwerin auf der Medica Education Conference 2015 in Düsseldorf.

Die Vaginalsonografie wird zunehmend eingesetzt, um Erkrankungen im Bereich von Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken zu diagnostizieren. Für die Untersuchung führt der Frauenarzt einen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Für Robert Koch-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gehören diese Art der Ultraschall­köpfe zu den „semikritischen Medizinprodukten der Kategorie A“. „Semikritisch“ bedeutet, dass die Geräte zwar nicht mit Blut, inneren Geweben und Organen in Berührung kommen. „Eine Infektion ist jedoch vor allem bei einer Verletzung oder Erkrankung der Schleimhaut nicht ganz auszuschließen“, erklärte Werner.

Die Ultraschallköpfe müssen selbstverständlich nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert werden. Eine Dampfsterilisation ist aber nicht möglich, da sie die Elektronik zerstören würde. Die Desinfektion sei bei semikritischen Medizinprodukten aber mit unterschiedlichen Chemikalien möglich.

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„Die eingesetzte Substanz muss jedoch auf die speziellen Infektionsrisiken in der Vagina Rücksicht nehmen“, forderte Werner. Denn übertragen werden könnten nicht nur Krankheitserreger aus der Scheide, sondern auch Keime aus der Darmflora, den Harnwegen und dem Perianalbereich. Dazu gehören laut Werner Bakterien wie Mykoplasmen und Chlamydien, tierische Einzeller und Hefepilze sowie behüllte und unbehüllte Viren. Auch Wurmeier oder bakterielle Sporen kämen vor. Die Ansprüche an die verwendeten Desinfektionsmittel seien deshalb hoch. „Sie müssen bakterizid, mykobakterizid und sporizid sein“, betonte der Hygiene-Experte.

Vorsicht ist geboten, da laut Werner in Studien nach Aufbereitung von transvaginalen Ultraschallsonden noch Gene von humanen Papillomaviren (HPV) nachweisbar waren. „Dies lässt darauf schließen, dass bei ungenügender Aufbereitung der Sonden HPV übertragen werden könnten – dies ist ein von vielen Hygieneexperten unterschätztes Problem“, warnte Werner.

Die Fachkommission „Hygienische Sicherheit medizintechnischer Produkte und Ver­fahren“ der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat derzeit zwei Aufbereitungsverfahren das Prüftestat für die hygienische Sicherheit verliehen. Ein Verfahren basiert auf der Desinfektion durch UVC-Strahlung, das andere auf der Wasserstoffperoxid-Desinfektion. © rme/aerzteblatt.de

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