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Ärzteschaft

„Praxis erleben“: KBV informiert über ambulante Aus- und Weiterbildung

Donnerstag, 19. November 2015

KBV

Berlin – Im Rahmen der Nachwuchskampagne „Lass dich nieder!“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen informierten sich heute beim diesjährigen KBV-Infotag „Praxis erleben“  Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Im Mittelpunkt des Tages standen nicht nur die Möglichkeiten der Niederlassung, sondern vor allem auch die ambulanten Inhalte des Studiums während der Famulaturen und des praktischen Jahres (PJ) sowie die Weiterbildung im ambulanten Bereich, insbesondere die Verbundweiter­bildung Allgemeinmedizin.

„Die Niederlassung bietet deutlich mehr Freiheiten als die Arbeit in der Klinik“, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Wir müssen das Arbeiten im ambulanten Bereich bereits im Studium näher an die Studierenden heran bringen. Sie müssen es erleben können.“ Ziel der KBV-Kampagne und des Infotages sei es, künftige Ärztinnen und Ärzte über die Arbeit in einer eigenen Praxis zu informieren und Vorurteile auszuräumen. Dabei wolle man möglichst viele Optionen aufzeigen, erklärte Gassen.

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Dann müssten die jungen Kollegen jedoch selbst entscheiden, welchen beruflichen Weg sie gehen, sagte er. Er selbst habe zu Beginn des Studiums auch noch nicht gewusst, dass ihn sein Weg in die Niederlassung führen würde. Fragen zu den verschiedenen Möglichkeiten der ärztlichen Berufsausübung im ambulanten Bereich, zu Gründung und Finanzierung einer eigenen Praxis oder zur Anstellung in einer Praxis konnten die Medizinstudierenden beim Infotag persönlich niedergelassenen Ärzten und Beratern stellen.

Adelheid Kuhlmey, Prodekanin für Studium und Lehre an der Charité – Universitäts­medizin Berlin, betonte zur Eröffnung des Infotages die Anstrengungen der medi­zinischen Fakultäten, die Studierenden sowohl hochspezialisiert und modern als auch möglichst breit, praxisnah und den Anforderungen einer alternden Gesellschaft entsprechend auszubilden. „Wir brauchen einen guten Mix zwischen wissenschaftlich basierter Lehre und praxisnaher Ausbildung. Ich hoffe, dass wir mit unseren reformierten Studiengängen beide Seiten bedienen können“, sagte sie.

Noch mehr Praxisanteile im Studium forderte Regina Feldmann, Vorstand der KBV: „Der Weg in die Niederlassung muss den Nachwuchsmedizinern bereits früh im Studium aufgezeigt werden“, meinte sie. Damit sie sich objektiv für eine Facharztweiterbildung entscheiden könnten, brauchten sie im Medizinstudium mehr Einblick in den ambulanten Bereich. Die Hausärztin verwendete einen Vergleich: „Denn wenn ich noch keine Nudeln gegessen habe, kann ich auch nicht sagen, wie sie schmecken.“ Feldmann setzt sich besonders für eine Förderung der Allgemeinmedizin ein und plädierte für die Einführung eines Pflichtabschnitts Allgemeinmedizin im PJ. „Wir brauchen eine verpflichtende PJ-Tätigkeit im ambulanten Bereich und nicht nur eine  Kliniksozialisierung“, betonte sie.

Dem widersprach Lauritz Blome, Bundeskoordinator der Arbeitsgemeinschaft Gesund­heitspolitik der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Diese lehnt einen obligatorischen Abschnitt in der Allgemeinmedizin im PJ strikt ab. „Die Allgemeinmedizin im PJ sollte freiwillig bleiben“, betonte der Medizinstudent. Auch die Pflichtabschnitte in der Chirurgie und in der Inneren Medizin seien nicht mehr zeitgemäß. Denkbar seien frei wählbare Abschnitte, erklärte er. „Die Medizinstudierenden sollte man mitnehmen durch offenen Dialog und gute Lehre, aber nicht durch Pflicht und Zwang.“

© ER/aerzteblatt.de

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