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Telemedizin soll Reha-Nachsorge unterstützen

Donnerstag, 19. November 2015

Berlin – Ein interaktives telemedizinisches Trainingsprogramm für Rückenschmerz-Patienten hat die AOK Nordwest vorgestellt. Die Krankenkasse hat das als Studie gestaltete Programm „DigiTrain“ zusammen mit dem AOK-Bundesverband, dem Berliner Forschungsinstitut Fraunhofer FOKUS und der Marcus-Klinik in Bad Driburg entwickelt. „Mit unserem neuen Programm wollen wir den Therapieerfolg unserer Versicherten in der Nachsorge von Rückenschmerzen nachhaltig sichern, ihre Gesundheitskompetenz stärken und die Lebensqualität verbessern“, sagt die stellvertretende Vorstands­vorsitzende der AOK Nordwest, Martina Niemeyer.

Denn insbesondere bei der Rehabilitation von Patienten mit chronischen Rücken­schmerzen komme es darauf an, Übungen und Verhaltensweisen nach der stationären Betreuung regelmäßig weiterzuführen. Doch viele Patienten fielen nach der Reha schnell wieder in alte, ungünstige Lebensgewohnheiten zurück.

Die Trainingseinheiten enthalten ausschließlich Übungen, die den Patienten vom Klinikaufenthalt bereits bekannt sind. Sie sollen das Training an mehreren Tagen in der Woche zu selbst gewählten Zeiten durchführen. Die entsprechende technische Ausrüstung dazu erhalten sie von der Krankenkasse.

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Während des Trainings führt ein sogenannter Avatar die Übungen am Monitor vor, motiviert zum Mitmachen und korrigiert falsche Bewegungsabläufe. Der Patient wird von der 3D-Kamera gefilmt und kann auf dem Bildschirm sehen, ob seine Bewegungen denen des digitalen Therapeuten entsprechen. „Das Training ist so programmiert, dass es sich an das Leistungsvermögen des Patienten anpasst und auf dessen Rückmeldung reagiert. Technisch besonders anspruchsvoll sind die Bewegungsanalyse und die unmittelbare Ausgabe der Bewegungskorrektur an den Übenden“ erläuterte Michael John, stellvertretender Leiter des Kompetenzzentrums E-Health bei Fraunhofer FOKUS in Berlin.

Das Forschungsprojekt „DigiTrain“ ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet. Fällt die Evaluation positiv aus, soll das Programm auf andere Kliniken ausgeweitet werden.

Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückens gehören bundesweit zu den häufigsten Gründen für berufliche Fehlzeiten und medizinische Rehabilitation. Laut dem Fehlzeiten-Report 2015 lag 2014 die durchschnittliche Ausfallszeit durch Muskel- oder Skeletterkrankungen bei knapp 17 Tagen. © hil/aerzteblatt.de

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