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Politik

Schleppende Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge in NRW

Donnerstag, 19. November 2015

Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein kritisiert offene Fragen bei der Gesundheitskarte für Flüchtlinge im Land. Bisher hätten sich nur wenige Kommunen in Nordrhein-Westfalen (NRW) dazu bereit erklärt, die Karte einzuführen – nicht zuletzt wegen der erwarteten Mehrkosten auf Grund des faktischen Wegfalls der Leistungs­beschränkung gemäß Asylbewerberleistungsgesetz sowie der Verwaltungskosten für die Kommunen. „Wir kritisieren insbesondere die fehlende Erkennbarkeit des Versicherten­status mit ihren diversen Folgeproblemen – bei Fragen des Leistungsanspruchs, aber auch bei der Bildung der Honorar-Budgets für die Vertragsärzte“, sagte der stellver­tretende Vorsitzende der KV, Bernhard Brautmeier.

Auf der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Mitte November berichtete er außerdem über die Einführung der Termin-Servicestellen. „Da es nicht gelungen ist, die Politik davon zu überzeugen, dass diese von den KVen einzurichtenden Servicestellen überflüssig und viel zu bürokratisch sind, werden wir ab Ende Januar eine funktionierende Vermittlung von Facharzt-Terminen anbieten müssen“, sagte Brautmeier. Die KV Nordrhein werde zunächst eine Übergangslösung anbieten, bis ein auf der Bundesebene etabliertes Verfahren zur Verfügung stehe.

„Wir brauchen Rückmeldungen aus allen Fachrichtungen, um Termine vermitteln und somit sicherstellen zu können, dass Patienten mit dringlicher Überweisung innerhalb der vorgegebenen vier Wochen einen Facharzttermin bekommen“, erläuterte der KV-Vize. Andernfalls müsse die KV eine Behandlung im Krankenhaus organisieren und aus der fachärztlichen Vergütung bezahlen, betonte Brautmeier. © hil/aerzteblatt.de

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