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Britische Nachwuchsärzte wollen im Dezember streiken

Donnerstag, 19. November 2015

London - Großbritanniens Nachwuchsärzte wollen am 1. Dezember in einen ganz­tägigen Streik treten und nur noch Notfälle behandeln. Bei einer Abstimmung des Ärzteverbands stimmten außerdem 98 Prozent der rund 28.000 teilnehmenden Jung­medizinier dafür, an zwei weiteren Tagen im Dezember über mehrere Stunden die Arbeit gänzlich niederzulegen, wie die British Medical Association (BMA) am Donnerstag mitteilte. Anlass für den ersten vollständigen Ausstand in der Geschichte des britischen Gesundheitsdienstes NHS ist die Absicht der Regierung, Schichtzulagen für Nach­wuchsärzte in neuen Verträgen zu reduzieren.

Bisher erhalten britische Ärzte für als "unsozial" erachtete Schichten in der Nacht und am Wochenende eine Sondervergütung. Die Regierungspläne sehen laut der BMA vor, die Zahl der besser bezahlten Schichten zu reduzieren und die Bezüge für die restliche Arbeitszeit im Gegenzug um elf Prozent zu erhöhen. Dennoch sehen sich die jungen Ärzte, die in etwa die Hälfte der gesamten Ärzteschaft im Land stellen, durch das Vorhaben benachteiligt.

Der BMA-Vorsitzende Mark Porter bezeichnete den Streik wegen der "unnachgiebigen Haltung" der Regierung als "unvermeidlich". Die Regierungsabsichten seien für Ärzte "unfair" und für Patienten "gefährlich". Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jeremy Hunt hingegen nannte den Ausstand "ungerechtfertigt"; ein Patientenverband sprach von den "schlechtesten Nachrichten für Patienten in der Geschichte des NHS".

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Der Ärztegewerkschaft zufolge hatten die Nachwuchsmediziner zuletzt 1975 zu "drastischen Mitteln" gegriffen. Dies verdeutliche, dass die jetzige Entscheidung nicht leichtfertig getroffen worden sei. Damals allerdings wurden auch während des Streiks weiter Notfälle behandeln. © afp/aerzteblatt.de

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