Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

USA: Naloxon als Nasenspray zugelassen

Freitag, 20. November 2015

Silver Spring - Angesichts einer steigenden Zahl von Opiat-Überdosierungen, häufig durch den illegalen Konsum von Schmerzmitteln, hat die US-Arzneibehörde FDA im Schnellverfahren das Naloxon-Nasenspray eines irischen Herstellers zugelassen. Mit der Clinton Health Matters Initiative wurde ein sozialverträglicher „Public Interest Price“ ausgehandelt.

In den Vereinigten Staaten sterben jährlich etwa 25.000 Menschen an einer Opiat-Überdosierung. Bei den wenigsten handelt es sich um Heroinabhängige „Junkies“. Der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Opiaten hat in den letzten Jahren die „Mitte“ der Gesellschaft erreicht. Die Opfer werden zuhause oder in Schule und Universität aufgefunden.

Zur akuten Behandlung einer Opiatüberdosierung gibt es seit mehr als 40 Jahren ein probates und schnell wirkendes Mittel. Der Opioid-Antagonist Naloxon muss bisher allerdings injiziert werden, entweder langsam intravenös oder auch intramuskulär. Das ist allerdings vielen Ersthelfern von Feuerwehr und Polizei oder auch den Eltern oder den Angestellten von Schulen und Universitäten nicht zuzumuten.

Der irische Hersteller Adapt Pharma mit Sitz in Dublin hat deshalb ein Spray zur intranasalen Anwendung entwickelt. Die FDA hat das Produkt nach einer Prüfungszeit von weniger als vier Monaten zugelassen und damit legalisiert, was bei vielen Erst­helfern offenbar bereits gängige Praxis war. Diese hatten den Inhalt der Ampullen den Patienten über einen Verdampfer zugeführt oder einfach in die Nasenöffnung gekippt.  

Das neue Produkt, das Anfang nächsten Jahres als Narcan auf den Markt kommen soll, wird die Anwendung von Naloxon vereinfachen und, wie die Leiterin des National Institute on Drug Abuse Nora Volkow meinte, die Zahl der Opiat-Todesfälle senken. Das staatliche Institut hatte die Einführung unterstützt und teilweise die notwendigen Studien zur Pharmakokinetik bei intranasaler Anwendung durchgeführt. Ob der irische Hersteller das Präparat auch in Europa einführen will, wird nicht verraten. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Wenig Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabinoiden in der Schmerz- und Palliativmedizin
Köln – Nach den Qualitätskriterien einer evidenzbasierten Medizin gibt es nur eine sehr eingeschränkte Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabinoiden in der Schmerz- und Palliativmedizin. Es besteht......
12.09.17
Qualitätssicherungs­verfahren für Schmerztherapie im Krankenhaus gefordert
Berlin – Die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat einen Antrag gestellt, der die Schmerztherapie in den Kliniken verbessern soll. „Trotz der hohen Bedeutung einer guten......
06.09.17
Charité eröffnet neues Schmerzzentrum in Berlin
Berlin – Die Charité – Universitätsmedizin Berlin erweitert ihr Angebot für Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen. Dafür hat die Universitätsklinik jetzt das Kompetenzzentrum Schmerz mit......
04.09.17
EMA: Paracetamol mit verzögerter Freisetzung soll verboten werden
London – Die Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA möchte Paracetamol-Präparate mit verzögerter Freisetzung verbieten lassen. Anlass sind Überdosierungen, zu denen es jüngst in Schweden gekommen ist.......
30.08.17
Ibuprofen erhöht Blutdruck bei Arthrosepatienten
Zürich – Eine Behandlung mit dem nichtsteroidalen Antirheumatikum (NSAR) Ibuprofen hat in einer randomisierten Studie den Blutdruck von Arthrosepatienten stärker erhöht als die Behandlung mit Naproxen......
28.08.17
Alkohol gegen Schmerzen: Opiat-Abhängigkeit ist nicht die einzige Gefahr
London – Wer 0,8 Promille Alkohol im Blut hat, reduziert seine Schmerzen auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 um durchschnittlich 1,25 Punkte. Alle weiteren 0,2 Promille erhöhen die Schmerzschwelle......
22.08.17
Methadon in der Krebstherapie: Wenige Onkologen berichten über positive Wirkung
Berlin – Krebspatienten erkundigen sich in den letzten Monaten sehr oft bei ihren Onkologen nach der Möglichkeit einer Therapie mit Methadon. Verschrieben wird das Schmerzmedikament meist aber nicht......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige