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Politik

Hanseatische Krankenkasse kündigt Diabetes-DMPs

Freitag, 20. November 2015

Hamburg – Ab 2016 werden die Versicherten der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) nicht mehr an den Disease-Management-Programm-Verträgen (DMP) Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 teilnehmen können. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg und die Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Diabetes-Schwerpunktpraxen eV haben die Kündigung der Kasse für die DMPs nach eigenen Worten „mit Verwunderung und Unverständnis“ zur Kenntnis genommen.

„Diese Entscheidung der HEK nimmt den HEK-versicherten Diabetes-Patienten die bewährte medizinische Versorgung“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Walter Plassmann. Er betonte, in Hamburg würden für die Behandlung von DMP-Versicherten vergleichbare Honorare bezahlt wie in anderen Bundesländern. Im Übrigen seien die Honorarsätze in Hamburg seit zwölf Jahren unverändert. „Es gibt keinen nachvoll­ziehbaren Grund für diese Entscheidung der HEK“, so Plassmanns Fazit.

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Ein Sprecher der HEK bestätigte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt die Kündigung der DMPs zum 31. Dezember. Grund sei, dass die Betreuungsleistungen in Hamburg im Vergleich zu anderen KV-Regionen erheblich höher vergütet würden. Die Kasse habe die DMPs aber mit der Bitte gekündigt, über die Vergütungen zu verhandeln. Diese Verhandlungen hätten aber bislang nicht stattgefunden.

Nach Angaben der HEK und einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Diabetes-Schwerpunktpraxen sind insgesamt 2.300 Versicherte in Hamburg betroffen, von denen allein über 1.300 als Patienten in den Schwerpunktpraxen betreut werden.

„Wir können nicht verstehen, warum die HEK eine so erfolgreiche Versorgung jetzt beendet“, sagte der stellvertretender Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ham­burger Diabetes-Schwerpunktpraxen, Bernd Scholz. Es dränge sich aber der Verdacht auf, dass die Kasse kurzfristige wirtschaftliche Interessen zu Lasten der nachhaltigen Versorgung von Patienten verfolge, so Scholz. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #675503
Widerstand
am Samstag, 21. November 2015, 15:37

wirtschaftliche Interessen zu Lasten der Patienten

Wen wunderts? Hier zeigt sich ungewollt der miese Charakter der Leute, die ja angeblich im Interesse der Patienten/Versicherten arbeiten. Man sollte die Kasse komplett schließen, doch dafür braucht es Leute mit Rückgrat und die gibt es ja leider auch weniger als Viren unter einem Mikroskop. Pfui Teufel.
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