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Gericht erlaubt Abbruch künstlicher Ernährung bei MS-Patientin

Freitag, 20. November 2015

London – Ein Gericht in Großbritannien hat dem Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen bei einer an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Frau zugestimmt. Wie britische Medien am Freitag berichten, entsprach der zuständige Richter damit dem Antrag der Tochter auf ein Ende der künstlichen Ernährung. Den Angaben zufolge ist es das erste Mal, dass ein britisches Gericht dem Stopp lebenserhaltender Maßnahmen bei einem Patienten zustimmt, der sich nach Einschätzung von Experten in einem „Zustand minimalen Bewusstseins” befindet.

Den Angaben zufolge ist die 68-jährige Frau nicht mehr ansprechbar, aber in der Lage, einem Objekt mit den Augen zu folgen. Sie war vor 23 Jahren an MS erkrankt und wird seit sieben Jahren künstlich ernährt. Ein Gutachter urteilte, dass die Patientin unter klinischer Betreuung möglicherweise weitere fünf Jahre leben könnte.

Familienangehörige und Ärzte betonten vor Gericht jedoch, es sei im Interesse der Patientin, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Ihre Mutter habe zeitlebens einen starken Unabhängigkeitsdrang gehabt, ihre Erkrankung ignoriert und jegliche Hilfe abgelehnt, argumentierte die Tochter.

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Sie zeigte sich überzeugt, dass diese ihr jetziges Leben als „demütigend” empfinden würde. Der zuständige Richter Justice Hayden folgte dieser Argumentation. Ihm gehe es vor allem darum, den „Willen derjenigen zu akzeptieren, die so nicht leben möchten”, zitieren ihn britische Medien. Die Anwälte der Tochter werteten die Entscheidung als „Meilenstein” in der britischen Rechtsprechung. © kna/aerzteblatt.de

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