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Großbritannien fehlen Leberspezialisten

Dienstag, 24. November 2015

London – Der steigenden Zahl von Lebererkrankungen in Großbritannien könnte künftig eine zu gering Zahl von hepatologisch spezialisierten Ärzten gegenüberstehen. Davon geht eine Expertenkommission für Lebergesundheit der Fachzeitschrift The Lancet aus. Die Gruppe veröffentlichte mit Leitautor Roger Williams, Direktor der Foundation for Liver Research in London, Zahlen zu der aktuellen Versorgungssituation (http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)00680-7).

Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich in Großbritannien die Zahl der Todesfälle durch Lebererkankungen vervierfacht. 84 Prozent der zusätzlichen Todesfälle waren durch chronischen Alkoholmissbrauch bedingt. Der Gesamtanteil der hepatischen Todesfälle durch Alkohol betrug 80 Prozent. Den Grund für diesen rasanten Anstieg, sehen die Forscher in einem fallenden Preis und der breiten Verfügbarkeit von Alkohol. Erst 2008, als das britische Parlament eine Preiserhöhung alkoholischer Getränke beschloss, konnte der zuletzt jährliche Anstieg von neun Prozent bei leberbedingten Todesfällen abgefangen werden.

Mit dem rasanten Anstieg des Bedarfs könnte das Angebot der Medizin kaum Schritt halten, so die Autoren. Beispielsweise seien in Bezug auf die Prävention von Leber­zellkarzinomen nach Angaben der Forscher deutlich mehr Screeninguntersuchungen von Zirrhotikern von Nöten. Zwei Drittel aller Karzinome werden gegenwärtig erst in einem späten Stadium diagnostiziert.

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Eine Analyse der gegenwärtigen Versorgungssituation ergab, dass von 144 befragten Krankenhäusern nur jedes dritte mindestens einen Leberspezialisten beschäftigte. Ziel sei es jedoch, dass jedes Krankenhaus einen Spezialisten für Lebererkrankungen vorhält.

Bedenklich sei auch das unterschiedliche Outcome der Patienten je nach Region, in der sie behandelt wurden. In der künftigen Versorgungsplanung sei ein möglichst gleich­mäßiges, flächendeckendes Angebot durch entsprechende Spezialisten notwendig. „Die Leberzentren Großbritanniens haben einen exzellenten Versorgungsstandard für ihre Patienten, jedoch sind sie nicht gleichmäßig im Land verteilt. Dies könnte für einige Patienten eine Wohnort-Lotterie bedeuten, bei der sie keinen Zugang zur Versorgung haben, wenn sie diese brauchen“, meint Leitautor Williams. © hil/aerzteblatt.de

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