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Ausland

Ende der globalen Aids-Epidemie bis 2030 möglich

Dienstag, 24. November 2015

dpa

Genf – Das Ende von Aids als globaler Epidemie ist möglich. In den vergangenen 15 Jahren seien „außerordentliche“ Erfolge im Kampf gegen Aids erzielt worden, erklärte das Aidsprogramm der Vereinten Nationen UNAIDS heute in Genf. „Alle fünf Jahre haben wir die Zahl der Menschen mit einer lebensrettenden Behandlung mehr als verdoppelt. Wir müssen es noch ein weiteres Mal tun, um die Aids-Epidemie zu brechen und daran zu hindern, dass sie wieder erstarkt“, sagte der UNAIDS-Chef Michel Sidibe. Wenn in den Anstrengungen nicht nachgelassen werde, könne es gelingen, Aids als „globale Epidemie“ bis 2030 zu beenden.

Die Zahl der Patienten mit antiretroviraler Behandlung stieg laut UNAIDS von 2,2 Millio­nen im Jahr 2005 über 7,5 Millionen im Jahr 2010 auf 15,8 Millionen im Juni dieses Jahres. Die Zahl der mit Aids-Erkrankungen zusammenhängenden Todesfälle sank von zwei Millionen im Jahr 2004 auf 1,2 Millionen 2014.

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Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßte die Erfolgsbilanz von UNAIDS. „Wir dürfen bei der Bekämpfung von Aids nicht auf halbem Weg stehen bleiben“, mahnte zugleich Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Er forderte, Deutschland solle „endlich den seit sieben Jahren stagnierenden Beitrag zum globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose auf mindestens 400 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln“.

Ärzte ohne Grenzen appellierte an die betroffenen Staaten, die von der Weltgesund­heitsorganisation (WHO) kürzlich geänderten Behandlungsrichtlinien noch vor der UN-Finanzierungskonferenz zur Aids-Bekämpfung im nächsten Juni umzusetzen. Diese neuen Richtlinien sehen eine unmittelbare Behandlung nach einer positiven Diagnose vor.

Bislang wird eine Therapie meist erst bei einer deutlichen Schwächung des Immun­systems begonnen. „Um bis 2020 das globale Ziel von 30 Millionen behandelter Patien­ten zu erreichen, müssen jährlich drei Millionen weitere Menschen mit HIV antire­trovirale Medikamente erhalten“, rechnete Sharonann Lynch von der Medikamen­tenkampagne von Ärzte ohne Grenzen vor. „Die Länder sollten keine Zeit verlieren und die neuen WHO-Behandlungsrichtlinien sofort anwenden“, so Lynch.

Zwei Drittel aller Neuinfektionen des vergangenen Jahres ereigneten sich in Afrika südlich der Sahara. Dort wurden 790.000 Todesfälle gezählt. In Afrika südlich der Sahara wurden allerdings auch große Erfolge erzielt, was die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten angeht. 2002 gab es dort weniger als 100.000 Patienten dieser Gruppe, inzwischen stieg die Zahl auf 10,7 Millionen.

UNAIDS verfolgt im Kampf gegen Aids die sogenannte 90-90-90-Strategie: Bis zum Jahr 2020 sollen 90 Prozent der Menschen mit HIV von ihrer Infektion wissen, 90 Prozent von denen, die davon wissen, sollen sich einer antiretrovirale Therapie unterziehen und bei 90 Prozent der Behandelten soll der Virusbefall unterdrückt und damit nicht mehr nachweisbar sein. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #612077
EEBO
am Donnerstag, 26. November 2015, 19:23

Blöderweise

sind die meisten Menschen aber nicht treu - und, so sehe ich es: Lieber so, als viktorianische Heuchelei.
Avatar #625311
L.A.
am Donnerstag, 26. November 2015, 13:39

Riskantes Sexualverhalten fördert HIV/ Aids

HIV/ Aids ließe sich leicht eindämmen, wenn die Menschen 1. informiert wären und 2. selbstbeherrscht und sexuell treu wären. Aber nein, das darf nicht sein! Der "freie Sex" ist ein Dogma.
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