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Ausland

Viele Spenderorgane in China bleiben ungenutzt

Mittwoch, 25. November 2015

Peking – In China bleiben laut einem Bericht die meisten Organspenden ungenutzt. Für dieses Jahr erwarteten die Behörden mehr als 2.500 Organspender, berichtete die staatliche Zeitung Beijing Youth Daily am Dienstag unter Berufung auf den Leiter des chinesischen Organspendekomitees, Huang Jiefu.

Damit seien „technisch" 2500 Herztransplantationen und 5.000 Lungentransplantationen möglich. Seit Jahresbeginn seien aber erst gut hundert Herzverpflanzungen und etwa ebenso viele Lungentransplantationen vorgenommen worden, sagte Huang der Zeitung. Dies sei „Verschwendung”, kritisierte der ehemalige Vize-Gesundheitsminister.

Zum Vergleich: In Großbritannien profitierten laut aktuellem Jahresbericht des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) mehr als 3.300 Patienten von der Organspende von 1.282 Verstorbenen. In dem Bericht der Beijing Youth Daily wurden ein zu lang­samer Transport der Spenderorgane und schlechte Koordinierung für den Missstand in China verantwortlich gemacht. Allerdings sind auch Vorbehalte gegen die Organspende weit verbreitet. Viele der 1,37 Milliarden Einwohner Chinas glauben an eine Wieder­geburt nach dem Tod und möchten daher, dass ihre Körper auch nach dem Tod unversehrt bleiben.

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Die bestehende Nachfrage nach Spenderorganen förderte in der Volksrepublik erzwungene Organspenden und den illegalen Handel von Organen. Ausländische Menschenrechtsorganisationen prangerten in der Vergangenheit wiederholt die erzwungene Organentnahme bei hingerichteten Häftlingen an. Nach offiziellen Angaben wurde diese Praxis zu Beginn dieses Jahres abgeschafft. Einige Organisationen haben aber den Verdacht, dass Häftlinge einfach als freiwillige Spender klassifiziert werden, um weiter Organe von ihnen zu erhalten.

Huang sagte dazu der Beijing Youth Daily, „nicht ein einziges Organ” im Organ­spendesystem des Landes stamme von zum Tode verurteilten Häftlingen. Es wäre „ein falscher Vorschlag, einen Todeskandidaten zu fragen, ob er bereit ist, als Bürger zu spenden”, sagte der Chef des Organspendekomitees.

© afp/aerzteblatt.de

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