NewsVermischtesGrapefruit und (viele) Medikamente vertragen sich nicht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Grapefruit und (viele) Medikamente vertragen sich nicht

Dienstag, 24. November 2015

München – Auf die Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen. „Die Ernährung kann die Wirkung von Arzneimitteln stark verändern“, warnt der DDG-Experte Martin Wehling vom Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie an der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

„Das Problem ist, dass die Leute glauben: Alles Pflanzliche ist gut, alles Chemische ist schlecht“, erläutert der Pharmakologe. Dabei könne auch Pflanzliches wie Johanniskraut und Grapefruit „richtig giftig sein“, so Wehling.

Beispiel Grapefruit: „Sie ist ein Beispiel dafür, dass ein Nahrungsmittel keinen Ergänzungsstoff braucht, um richtig giftig zu werden“, stellt der Mannheimer Experte klar. Denn der Stoff, der die Frucht bitter mache, führe zu massiven Interaktionen bei der Aufnahme von Arzneimitteln: Neben der Bioverfügbarkeit verändere sich die Wirksamkeit von Immunsuppressiva, Statinen und Kalziumantagonisten, was besonders für Herz- und Krebspatienten schwerwiegende Folgen haben könne. Wehlings Rat lautet daher knapp: „Esst keine Grapefruit wenn Ihr Arzneimittel einnehmt!“

Anzeige

Auch Johanniskraut verursache je nach Menge drastische Wechselwirkungen: Die Wirksamkeit von Statinen sei herabgesetzt, die Wahrscheinlichkeit für eine Digoxinvergiftung steige, ebenso das Risiko für eine Herz- oder Nierenabstoßung nach einer Transplantation. Außerdem gelte: „Vor einer Operation sollte Johanniskraut mindestens für fünf Tage abgesetzt werden, sonst kann es zu verstärkten Blutungen kommen“, so Wehling.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Silver Spring/Maryland – Ein offenbar zunehmender Missbrauch von Benzodiazepinen veranlasst die Arzneimittelbehörde FDA dazu, die Fachinformationen zu verschärfen. Diese sollen künftig umrahmte
Benzodiazepine: FDA will Warnungen vor Abhängigkeit verschärfen
5. Oktober 2020
Amsterdam – Das Virustatikum Remdesivir, das Anfang Juli von der Europäischen Kommission eine bedingte Marktzulassung zur Behandlung von Patienten mit COVID-19 erhalten hat, steht im Verdacht, die
COVID-19: Kann Remdesivir die Nieren schädigen?
2. Oktober 2020
Washington – Mitarbeiter des Fachjournals Science haben der für Medikamente zuständigen US-Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) Nachlässigkeit bei der Überwachung klinischer Studien
Fachjournale werfen US-Arzneimittelbehörde FDA Nachlässigkeit vor
30. September 2020
Yokohama/Japan – Ein Gentest könnte in Zukunft vorhersagen, ob ein Patient ein Medikament verträgt oder ob mit einer schweren Leberschädigung gerechnet werden muss. Die Grundlagen für den „polygenen
Studie: Gentest könnte Leberschäden von Medikamenten vorhersagen
25. September 2020
Amsterdam – Eine Behandlung von Uterusmyomen mit dem Progesteron-Rezeptormodulator Ulipristal wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Der Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) der europäischen
Uterusmyome: EMA empfiehlt Verbot von Ulipristal
16. September 2020
Silver Spring/Maryland – Das Risiko von Amputationen ist unter der Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor Canagliflozin nicht so hoch wie bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die
Canagliflozin: FDA streicht umrahmten Warnhinweis zu Amputationen
15. September 2020
Berlin - Die Kosten für Arzneimittel, die neu auf den Markt kommen, steigen drastisch – bei oft nur mäßigem Innovationsgrad. So lautet das Fazit des diesjährigen Innovationsreports der Techniker
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER