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Grapefruit und (viele) Medikamente vertragen sich nicht

Dienstag, 24. November 2015

München – Auf die Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen. „Die Ernährung kann die Wirkung von Arzneimitteln stark verändern“, warnt der DDG-Experte Martin Wehling vom Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie an der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

„Das Problem ist, dass die Leute glauben: Alles Pflanzliche ist gut, alles Chemische ist schlecht“, erläutert der Pharmakologe. Dabei könne auch Pflanzliches wie Johanniskraut und Grapefruit „richtig giftig sein“, so Wehling.

Beispiel Grapefruit: „Sie ist ein Beispiel dafür, dass ein Nahrungsmittel keinen Ergänzungsstoff braucht, um richtig giftig zu werden“, stellt der Mannheimer Experte klar. Denn der Stoff, der die Frucht bitter mache, führe zu massiven Interaktionen bei der Aufnahme von Arzneimitteln: Neben der Bioverfügbarkeit verändere sich die Wirksamkeit von Immunsuppressiva, Statinen und Kalziumantagonisten, was besonders für Herz- und Krebspatienten schwerwiegende Folgen haben könne. Wehlings Rat lautet daher knapp: „Esst keine Grapefruit wenn Ihr Arzneimittel einnehmt!“

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Auch Johanniskraut verursache je nach Menge drastische Wechselwirkungen: Die Wirksamkeit von Statinen sei herabgesetzt, die Wahrscheinlichkeit für eine Digoxinvergiftung steige, ebenso das Risiko für eine Herz- oder Nierenabstoßung nach einer Transplantation. Außerdem gelte: „Vor einer Operation sollte Johanniskraut mindestens für fünf Tage abgesetzt werden, sonst kann es zu verstärkten Blutungen kommen“, so Wehling.

© hil/aerzteblatt.de

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