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Politik

Betriebs­krankenkassen fordern Masterplan gegen chronische Erkrankungen

Mittwoch, 25. November 2015

dpa

Berlin – Einen Masterplan „Chronische und Langzeiterkrankungen“ fordern die Betriebskrankenkassen (BKKen) in Deutschland. Hintergrund sind Zahlen des aktuellen BKK Gesundheitsreport „Langzeiterkrankungen“ – danach gehen fast die Hälfte aller Fehltage bei den beschäftigten BKK Mitgliedern auf das Konto von Langzeiter­krankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen.

Vor zehn Jahren lag dieser Anteil fünf Prozentpunkte niedriger. Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, fordert daher ein Umsteuern im Gesundheitswesen – ande­ren­falls sei zu erwarten, dass mit fortschreitendem demografischen Wandel lang andauernde und meist auch chronische Krankheiten immer weiter zunehmen, warnte Knieps.

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Notwendig sei ein Masterplan für langwierige und chronische Leiden, ähnlich dem nationalen Krebsplan. „Oberste Priorität müssen dabei die Bedarfe und Bedürfnisse von Langzeitpatienten haben. Um erfolgreich zu sein, sollten alle Akteure am Plan und dessen Umsetzung mitwirken – ohne auf tradierte Hierarchien und Privilegien zu pochen“, so der BKK-Dachverbands-Vorstand. Er kritisierte, das deutsche Gesundheitswesen sei „erstarrt in seinen Strukturen“.

„Es ist nicht am Krankheitsverlauf eines Patienten orientiert, was bei Langzeit-Patienten bitter nötig wäre, sondern agiert in Zeiten globaler Informationsvernetzung noch mit Abgrenzung und Abschottung: So zwischen ambulanter und stationärer Behandlung, zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen und auch zwischen privater und gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung“, so Knieps.

Laut dem BKK-Gesundheitsreport geht fast die Hälfte (46 Prozent) aller Fehltage bei den Beschäftigten BKK-Mitgliedern geht auf das Konto von Langzeiterkrankungen. Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenleiden und psychische Störungen sind die häufigsten Ursachen. Auf diese beiden Krankheiten geht mehr als jeder zweite Krankengeldtag zurück. Bei psychischen Störungen gehen mehr als 70 Prozent aller Fehltage auf Langzeiterkrankungen zurück. Bei Muskel- und Skelett-Krankheiten liegt dieser Anteil zwar nur bei 53 Prozent – da diese Erkrankungsart laut dem BKK-Gesundheitsreport aber deutlich häufiger vorkommt als seelische Erkrankungen, liegt die absolute Anzahl der Langzeit-Fehltage hier um ein Drittel höher als bei psychischen Störungen.

Im Schnitt dauert ein Krankheitsfall bei Arbeitnehmern mit Rückenleiden rund drei Wochen. Bei Langzeitkranken mit gleicher Diagnose ist ein Fall im Schnitt fast 20 Wochen lang. Bei psychisch Erkrankten liegt die durchschnittliche Ausfallzeit bei 37 Tagen – bei den Langzeiterkrankten sogar bei etwa einem halben Jahr.

© bee/aerzteblatt.de

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