NewsPolitikAOK „erschrocken“ über Äußerungen der TK zur Mittelverteilung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

AOK „erschrocken“ über Äußerungen der TK zur Mittelverteilung

Donnerstag, 26. November 2015

Berlin – Die Position der Techniker Krankenkasse (TK) zur Mittelverteilung bei den gesetzlichen Krankenkassen hat der designierte Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, scharf kritisiert. „Ich bin erschrocken. Was ich da gelesen habe, zeugt von wenig Sachkenntnis“, sagte er.

TK-Chef Jens Baas hatte gestern angebliche Strukturfehler beim sogenannten morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich angeprangert, also bei der Systematik, nach der die gesetzlichen Krankenkassen ihr Geld aus dem Gesundheitsfond erhalten. Im Augenblick werden laut Baas Kassen finanziell bestraft, wenn sie sich zum Beispiel darum kümmerten, dass sich der Diabetes eines Versicherten nicht verschlechtere. Finanziell attraktiv sei es hingegen, möglichst viel Krankheit zu dokumentieren.

„Wenn wir uns dafür einsetzen wollen, dass Menschen nachhaltig zu einem gesünderen Lebensstil finden, dann muss dieses Engagement auch honoriert werden. Wenn wir aber weniger aus dem Fonds bekommen, je besser es unseren Versicherten geht, läuft etwas verkehrt“, kritisierte Baas.  

Anzeige

Dem widerspricht die AOK nun vehement. „Was die TK verschweigt, ist, dass gesunde Versicherte immer noch die besten Risiken sind“, sagte Litsch. Krankenkassen hätten also durchaus Anreize, ihre Versicherten dabei zu unterstützen, möglichst gesund zu bleiben.

Wirksame Prävention verbessere die Gesundheit der Versicherten und senke die Kosten. Das sei immer sinnvoll. Für Versicherte, weil es ihnen besser gehe, und für Krankenkassen, weil sich das Finanzergebnis verbessere. „Über 40 Prozent aller Präventionsinvestitionen kommen von uns. Und warum machen wir das? Weil es sich lohnt“, sagte Litsch. 

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 28. November 2015, 13:09

Das Problem ist nicht neu

Die ICD-10 Kodierung ist nun mal nur ein Surrogatmarker für den zukünftigen Versorgungsbedarf. Und jeder Surrogatmarker, an dem Geld hängt, lädt zum Missbrauch ein:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63709/Bundesversicherungsamt-Kassen-wollten-Einfluss-auf-aerztliche-Diagnosen-nehmen

Wenn sich hier zwei Kassen streiten, dann würde es mich schon interessieren, ob es den Beteiligten wirklich um die Sache geht, oder ob es hier Krokodilstränen sind, weil eine Kasse cleverer war als die andere.
LNS

Nachrichten zum Thema

15. März 2020
Berlin –Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat dem Faire-Kassenwettbewerbsgesetz (FKG) zugestimmt. Mit dem Gesetz soll der jahrelang diskutierte Risiko­struk­tur­aus­gleich (Morbi-RSA) nun
Bundesrat stimmt Finanzreform für Krankenkassen zu
7. Februar 2020
Berlin – Mit mehreren Änderungen will die Große Koalition kommenden Donnerstag das viel diskutierte Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) im Bundestag verabschieden. Vor der finalen Sitzung im
Diagnosebezogene Vergütung soll weiter möglich sein
16. Januar 2020
Berlin – Mit der ersten Sitzungswoche des Bundestages haben die Abgeordneten des Gesundheitsausschusses auch die Beratungen zum Faire-Kassenwettbewerbsgesetz (GKV-FKG) wieder aufgenommen. Nach der
Weiter Diskussionen um Finanzausgleich der Krankenkassen
10. Januar 2020
Berlin – Der Streit um die Rechtmäßigkeit nachträglicher Änderungen ärztlicher Diagnosen zwischen der Barmer und dem Bundesamt für soziale Sicherung (BAS; ehemals Bundesversicherungsamt) geht vor
Streit um Diagnoseänderungen: Landessozialgericht NRW muss sich mit Barmer befassen
19. Dezember 2019
Berlin – Die kontroversen Debatten um eine Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi-RSA) und die richtigen Recheninstrumente für den Kassen-Finanzausgleich sowie über die
Streit über Auswirkungen des Morbi-RSA und Ursachen der Lieferengpässe
16. Dezember 2019
Berlin –Im Vorfeld der Anhörung zum Faire-Kassenwettbewerbsgesetz am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Bundestags werben alle Krankenkassenlager für ihre jeweiligen Positionen bei der geplanten
Kassenverbände gegen Aufweichungen bei Morbi-RSA-Reform
11. Dezember 2019
Berlin – Eine Woche vor der Anhörung zum Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestags fordern Ärzteverbände und der AOK Bundesverband ein Ende der Reformideen rund um
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER