Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Kinderintensiv­stationen in Deutschland fast flächendeckend verfügbar

Donnerstag, 26. November 2015

dpa

Berlin – In Deutschland gibt es 77 Kinderintensivstationen, das bedeutet laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) eine nahezu flächendeckende Versorgung. Die Fachgesellschaft fordert daher, dass Kinder und junge Menschen, die eine besondere intensivmedizinische Behandlung benötigen, tatsächlich auf eine solche speziell ausgestattete pädiatrische Intensivstation kommen.

„Es gibt vital bedrohte Kinder und Jugendliche mit bestimmten Diagnosen, deren Überlebens- und Genesungschancen auf einer Kinderintensivstation höher sind“, betont Michael Sasse, Präsidiumsmitglied der DIVI und Oberarzt der Intensivstation der Kinderkardiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

„Auf diesen Stationen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung“, erklärt der DIVI-Experte. Denn nicht nur die Ärzte, sondern auch Pflegekräfte, Physio- und Atemtherapeuten sowie Psychologen und Logopäden benötigten Erfahrung und teilweise auch eine besondere Ausbildung bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Das gelte vor allem für die Therapie in den unterschiedlichen Altersstufen. „Fünfjährige muss man beispielsweise hinsichtlich der Medikamentendosierung anders behandeln als 17-Jährige“, so Sasse.

Der Kinder-Intensivmediziner nennt wichtige Erkrankungen, die auf einer pädiatrischen Intensivstation besser aufgehoben seien als auf einer allgemeinen Intensivstation: Dazu gehörten Schädel-Hirn-Trauma, Verbrennungen, septischer Schock, nicht durch­brechbare Krampfanfälle, Leber- und Nierenversagen, angeborene Herzfehler, Mukoviszidose und seltene Stoffwechselerkrankungen. „Man braucht für viele dieser Krankheiten spezielle Geräte, die für Kinder ausgelegt sind“, erläutert Florian Hoffmann, DIVI-Sektionssprecher für pädiatrische Intensiv- und Notfallmedizin.

An einigen Zentren haben sich laut der DIVI bereits Netzwerke zur intensivme­dizinischen Versorgung von Kindern gebildet. Kommt es zu einem Notfall, wird die Erstversorgung in der nächstgelegenen Klinik vorgenommen und die weitere medizinische Behandlung auf einer pädiatrischen Intensivstation. „Wir haben Transportdienste, die das übernehmen“, erläutert Hoffmann, der auch Oberarzt der Kinderintensivstation an der Kinderklinik und Kinderpoliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist.

Beispiele für funktionierende Kinderintensivnetzwerke sind laut der DIVI die der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Ludwig-Maximilians- Universität in München und der Medizinischen Hochschule Hannover.

Laut dem DIVI- Präsidenten Gerhard Jorch arbeitet die Fachgesellschaft daran, ein bundesweites Netzwerk für pädiatrische Intensivversorgung aufzubauen.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
Engagierte Väter fördern die geistige Entwicklung ihrer Babys
London – Väter, die schon früh mit ihren Babys spielen, könnten der mentalen Entwicklung ihrer Kinder einen großen Gefallen tun. Davon gehen Forscher um Paul Ramchandani am Imperial College London......
25.05.17
Freiburg – Der Deutsche Ärztetag hat sich heute in Freiburg für ein eigenes Schulfach Gesundheit ausgesprochen. „Kinder und Jugendliche sollen körperliche und seelische Prozesse besser verstehen und......
23.05.17
US-Pädiater: Keine Fruchtsäfte im ersten Lebensjahr
San Francisco – Kinder sollten im ersten Lebensjahr grundsätzlich keine Fruchtsäfte erhalten. Auch später sollten die Kinder lieber Obst essen, da Fruchtsäfte deutlich mehr Zucker enthalten und die......
18.05.17
PET-CT könnte gezielte Therapie bei diffusen Ponsgliomen ermöglichen
Amsterdam – Ob eine Therapie mit VEGF-Inhibitoren bei Kindern mit einem diffusen intrinsischen Ponsgliom effektiv ist, könnte durch ein PET-CT vorausgesagt werden. Im Journal of Nuclear Medicine......
18.05.17
Schulunterricht: Plädoyer für Fach „Gesundheit“
Hannover – „Gesundheit“ sollte zu einem Unterrichtsfach an Schulen, als Inhalt in den Lehrplan aufgenommen und Teil der Lehrer- und Erzieherausbildung werden. Dafür hat sich die Präsidentin der......
16.05.17
Dresden – Eltern, die bei ihrem Kind eine anormale Entwicklung vermuten, können das Kind in der Familiensprechstunde der Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum......
16.05.17
Kinderärzte warnen vor koffeinhaltigen Energydrinks
Berlin – Ein 16-Jähriger ist im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Überdosis Koffein gestorben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BFJK) warnt nun davor, Kindern......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige