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Experten fordern bessere Langzeitversorgung herzkranker Menschen

Freitag, 27. November 2015

Berlin – Obwohl heutzutage immer mehr Menschen einen Herzinfarkt überleben, stirbt jeder fünfte von ihnen stirbt innerhalb von fünf Jahren nach dem akuten Ereignis. Eine nachhaltige, sektorenübergreifende Versorgung könnte vielen dieser Patienten das Leben retten. Das ist das Ergebnis einer Fachtagung am Berliner IGES Institut. Experten forderten vor diesem Hintergrund mehr Anstrengungen, um die Langzeitversorgung herzkranker Menschen zu verbessern. Vor allem Infarktpatienten, die zugleich an Diabetes, Bluthochdruck oder starkem Übergewicht leiden, könnten demnach davon profitieren. 

Anschlussversorgung noch unzureichend
Während die notfallmedizinische Erstversorgung von Herzinfarktpatienten bundesweit gut funktioniert, lässt die anschließende Behandlungnach Einschätzung der Experten einiges zu wünschen übrig. So behindern Informationsdefizite an den sektoralen Grenzen sowie fehlende standardisierte Behandlungspfade den optimalen Übergang in die ambulante Dauerversorgung. Strukturierte Überleitungsprogramme aus Basis umfassender Aufklärung sowie einer guten Zusammenarbeit zwischen Klinik und niedergelassenen Kardiologen können dagegen die Gesundheit der Betroffenen nachweislich verbessern. 

Mangelde Therapietreue
Doch auch die mangelnde Therapietreue der Patienten trägt nach Einschätzung der Fachleute zur hohen Sterblichkeit von Infarktpatienten bei. So ergaben Analysen zur Therapietreue nach akutem Koronarsyndrom (ACS), dass bereits ein Jahr nach dem Infarkt bis zu 18 Prozent der Patienten ihre Medikamente absetzen – meist auf Empfehlungen ihres Arztes.

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„Es gibt unbestritten Erfolge in der leitlinienkonformen Behandlung bei ACS. Allerdings existieren immer noch Defizite in der langfristigen Kontinuität der Therapie“, unterstrich Hans-Holger Bleß, Bereichsleiter Versorgungsforschung am IGES Institut. Er plädierte deshalb für eine kontinuierliche Ausklärung bei Patienten und Ärzten. © hil/aerzteblatt.de

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