NewsPolitikBestimmte Kniearthroskopien bei Gonarthrose nicht länger GKV-Leistung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bestimmte Kniearthroskopien bei Gonarthrose nicht länger GKV-Leistung

Montag, 30. November 2015

Berlin – Ärzte können bestimmte arthroskopische Verfahren zur Behandlung einer Gonarthrose künftig nicht mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbringen. Entsprechende Beschlüsse hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) Ende November für die ambulante und stationäre Versorgung gefasst.

Zu den vom G-BA geprüften arthroskopischen Verfahren bei Gonarthrose zählen die Gelenkspülung, die Abtragung der Gelenkschleimhaut, die Knorpelglättung und die Meniskusentfernung. Ziel einer therapeutischen Arthroskopie bei Gonarthrose ist es, die mit der Erkrankung einhergehenden Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit des Kniegelenks zu verbessern.

„Die Auswertung der wissenschaftlichen Studien erbrachte ein eindeutiges Ergebnis: Für die untersuchten arthroskopischen Verfahren bei Gonarthrose konnte im Vergleich zu Scheinoperationen oder einer Nichtbehandlung kein Nutzenbeleg gefunden werden“, sagte Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses Methodenbewertung.

Anzeige

In den Beschlüssen wird jedoch auch klargestellt, dass es Konstellationen gibt, die nicht vom G-BA überprüft wurden und in denen die arthroskopischen Verfahren daher grundsätzlich weiterhin angewendet werden können. Unberührt vom Ausschluss aus dem Leistungskatalog sind arthroskopische Eingriffe, die aufgrund von Traumen, einer akuten Gelenkblockade oder einer meniskusbezogenen Indikation, bei der die bestehende Gonarthrose lediglich als Begleiterkrankung anzusehen ist, durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die beim Patienten bestehenden Symptome zuverlässig auf die genannten Veränderungen zurückzuführen und durch eine arthroskopische Intervention zu beeinflussen sind.

Das Arthroskopien bei Gonarthrose beschäftigen den G-BA schon länger: Im Oktober 2010 hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung eine Bewertung beantragt. Im März 2014 legte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem G-BA eine entsprechende Analyse vor. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Hobart/Australien − Die Behandlung mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure, das bei Osteoporose-Patienten die Knochenmineralisation verbessert, hat in einer randomisierten Studie bei Patienten mit
Zoledronsäure kann Knorpel bei Gonarthrose nicht regenerieren
14. Mai 2020
San Antonio/Texas − Eine Physiotherapie hat in einer randomisierten Studie die Beschwerden einer Gonarthrose in den ersten Wochen ebenso gut gelindert wie eine Kortikoid-Injektion. Langfristig
Gonarthrose: Physiotherapie lindert Schmerzen in Studie besser als Kortikoid-Injektionen
26. November 2019
Malta – Rheumatische Entzündungen in den Gelenken der Hand führen zu einer Erwärmung, die mit einer Wärmebildkamera gemessen werden kann. Eine Studie in Scientific Reports (2019; 9: 17204) zeigt, dass
Wärmebildkamera diagnostiziert rheumatoide Arthritis
9. Oktober 2019
Baltimore – Intraartikuläre Injektionen von Sprifermin, einem Wachstumsfaktor für Fibroblasten, zu denen auch die Chondrozyten gehören, haben in einer Phase-2-Studie die Ausdehnung des Gelenkknorpels
Gonarthrose: Sprifermin stimuliert Knorpelwachstum, ohne Beschwerden zu lindern
23. Juli 2019
Oxford – Wenn bei einer Kniearthrose nur der mediale Anteil beschädigt ist, kann eine Teilendoprothese eine gleichwertige Alternative zur Totalendoprothese sein. In einer randomisierten Studie im
Gonarthrose: Teilprothese für Patienten schonender und für Versicherungen in den ersten fünf Jahren günstiger
1. April 2019
Fulda/Berlin/Ulm/Gießen – Macht ein Patient mit Knorpelschäden Kniebeugen, dann entstehen Geräusche, die typisch sind und sich von anderen Geräuschen abheben. Die technische Auswertung dieser
Schalldiagnostik künftig mögliches Verfahren zur Knorpelbeurteilung im Knie
14. März 2019
Boston – Britische Patienten, die wegen Arthroseschmerzen mit dem als sicher eingestuften Opioid Tramadol behandelt wurden, hatten im ersten Behandlungsjahr ein erhöhtes Sterberisiko gegenüber
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER