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Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Kaiserschnittrate

Dienstag, 1. Dezember 2015

Düsseldorf – Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 31,8 Prozent der Kinder per Kaiser­schnitt geboren. 1997 lag die Kaiserschnittrate noch bei 18,5 Prozent. Bund und Länder müssten prüfen, ob systematische Fehlanreize dazu führen, dass Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Kaiserschnittraten in Europa gehört und nach Wegen zur Veränderung zu suchen, forderte jetzt die nordrhein-westfälische (NRW) Gesundheits­ministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Grüne). Anlass ihrer Forderung war der Abschlussbericht des sogenannten „Runden Tisches Geburtshilfe“ – die Kaiserschnitt­rate ist darin ein wichtiger Punkt.

Auch in NRW ist laut dem Bericht die Kaiserschnittrate gestiegen: Von 22,5 Prozent im Jahr 2000 auf 32,8 Prozent im vergangenen Jahr. Je nach Region lag die Rate 2014 zwischen 24 und 43 Prozent. „Ein höheres Alter der Schwangeren, möglicherweise zu weit gefasste medizinische Indikationen, Informationsdefizite und der Anstieg von Mehrlingsschwangerschaften können weder den starken Anstieg noch die deutlichen regionalen Unterschiede in NRW plausibel erklären“, sagte Steffens.

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Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium plant als Konsequenzen aus dem Abschlussbericht des „Runden Tisches Geburtshilfe“ unter anderem die modellhafte Förderung von Kliniken, um beispielhaft aufzuzeigen, wie durch geeignete Maßnahmen trotz Zunahme von Risikoschwangerschaften und -geburten Kaiserschnitte vermieden werden können.

Außerdem soll die Datenlage über Schwangerschaft und Geburt besser werden und Qualitätsstandards für die Geburtshilfe durch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und den Verband der Hebammen weiterentwickelt werden. Die rot-grüne Landesregierung hatte den runden Tisch am 17. Dezember 2013 eingerichtet. Das erste Treffen fand im Februar 2014 statt. © hil/aerzteblatt.de

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