NewsPolitikAmbulante Palliativversorgung in Thüringen flächendeckend verfügbar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ambulante Palliativversorgung in Thüringen flächendeckend verfügbar

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Erfurt – In Thüringen ist ab kommenden Jahr flächendeckend eine spezielle ambulante Palliativversorgung (SAPV) verfügbar. Die letzte bisher offene Versorgungsregion, der Saale-Orla-Kreis, werde zum Anfang 2016 unter Vertrag genommen. Darauf haben die Ersatzkassen des Landes hingewiesen. „Mit inzwischen acht SAPV-Teams kann die Versorgung im häuslichen Bereich nunmehr flächendeckend in Thüringen sichergestellt werden“, sagte Arnim Findeklee, Leiter der vdek-Landesvertretung Thüringen.

Die SAPV ist eine Leistung außerhalb der Regelversorgung, die vom Vertrags- oder Krankenhausarzt verordnet werden kann. Der Gesetzgeber hat sie in den Leistungs­katalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufgenommen, um „die Lebens­qualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen oder familiären Umgebung zu ermöglichen“, wie es in der entsprechenden Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) heißt.

Anzeige

Anfang November zeigte eine Erhebung der Bertelsmann-Stiftung, dass nur sechs Prozent der Deutschen ihre letzten Tage und Wochen in einer Klinik verbringen möchten und 76 Prozent lieber zu Hause. Doch nur jeder Fünfte beschließt sein Lebensende tatsächlich in den eigenen vier Wänden. Fast jeder zweite Sterbende in Deutschland verbringt seine letzte Lebensphase in einem Krankenhaus.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert, dass sich SAPV-Angebote auf einem wettbewerbsorientierten Markt behaupten müssen und bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für eine ambulante allgemeine Palliativversorgung (AAPV) fehlen. Beides habe dazu geführt, dass sich trotz des großen Bedarfs bundesweit noch keine flächendeckende ambulante Palliativversorgung etablieren konnte, so die KBV. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. März 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat eine Handlungsempfehlung zur Therapie von Patienten mit COVID-19 vorgestellt. Grundlage der Empfehlungen ist die S3-Leitlinie
Palliativmediziner stellen Handlungsempfehlung zur Therapie von Patienten mit COVID-19 vor
28. Februar 2020
Berlin – Ein neues Handbuch der kirchlichen Wohlfahrtsverbände und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) soll die Begleitung sterbender Menschen in Hospizen verbessern. Anhand eines
Handbuch für Begleitung Sterbender in Hospizen vorgelegt
26. Februar 2020
Berlin – Das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe, dass der 2015 eingeführte Strafrechtsparagraf 217 zur geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung gegen das Grundgesetz
Gekipptes Sterbehilfeverbot löst heftige Reaktionen aus
21. Februar 2020
Berlin – Vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe verweist die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) auf eine große Verantwortung der Gesellschaft für schwerstkranke
Mediziner mahnen anderen Umgang mit Sterben in der Gesellschaft an
11. Februar 2020
Aurora/Colorado – Kann eine palliative Betreuung die Lebensqualität von Patienten und Betreuern verbessern? Eine randomisierte Studie findet in JAMA Neurology (2020; doi: 10.1001/jamaneurol.2019.4992)
Morbus Parkinson: Studie untersucht Wirkung einer palliativen Betreuung
8. Januar 2020
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht will am 26. Februar sein Urteil zum Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe verkünden. Das teilte das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe mit. Geklagt hatten schwer
Bundesverfassungsgericht verkündet Urteil zu Sterbehilfe Ende Februar
13. Dezember 2019
Berlin – Die Zentrale Ethikkommission bei der Bundes­ärzte­kammer (ZEKO) hat sich in einer Stellungnahme dafür ausgesprochen, das Konzept des sogenannten „Advance Care Planning (ACP)“ breit zu
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER