NewsÄrzteschaftNeue Vereinbarungen zur Prüfung ärztlich verordneter Leistungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neue Vereinbarungen zur Prüfung ärztlich verordneter Leistungen

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Berlin – Neue Rahmenvorgaben für die sogenannten Wirtschaftlichkeitsprüfungen haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV-Spitzenverband) geschlossen. Sie betrifft neben den Arzneimittelverordnungen auch Heilmittel und weitere ärztlich veranlasste Maßnahmen, zum Beispiel Rehabilitationsmaßnahmen, Krankentransporte und häusliche Krankenpflege. „Die neuen Regelungen schaffen mehr Sicherheit. Das gilt auch für den medizinischen Nachwuchs, der vor der Entscheidung steht, sich niederzulassen“, erklärte Regina Feldmann, Vorstand der KBV, heute in Berlin.

Das neue GKV-Versorgungsstärkungsgesetz verpflichtet die Krankenkassen und die KBV dazu, die Wirtschaftlichkeitsprüfungen neu zu strukturieren. Dabei soll unter anderem die Regelung „Beratung vor Regress“ verbindlich umgesetzt werden – Ärzte, die in ihrem Verordnungsverhalten statistisch erstmalig auffallen, sollen also zunächst eine Beratung erhalten.

Die KBV konnte erreichen, dass der Grundsatz „Beratung vor weiteren Maßnahmen“ erneut gilt, wenn zuletzt festgesetzte Maßnahmen mehr als fünf Jahre zurückliegen. „Dass Regresse künftig verjähren, ist ein Paradigmenwechsel in der Wirtschaftlich­keitsprüfung“, erläuterte Feldmann.

Anzeige

Laut der Vereinbarung sollen maximal fünf Prozent der Ärzte einer Fachgruppe von Auffälligkeitsprüfungen betroffen sein. Neu zugelassene Vertragsärzte werden besonders entlastet. „Sie brauchen erst ab dem dritten Prüfzeitraum mit einer Beratung als Maßnahme der Wirtschaftlichkeitsprüfung zu rechnen“, erläuterte Feldmann. Damit hätten sie mehr Zeit, sich mit den Regeln für ein wirtschaftliches Verordnungsverhalten im vertragsärztlichen Bereich vertraut zu machen.

Die Vereinbarung zwischen KBV und GKV-Spitzenverband steckt nur den Rahmen für die Wirtschaftlichkeitsprüfungen ab. Auf regionaler Ebene vereinbaren die Kassen­ärztliche Vereinigungen und Krankenkassenverbände das konkrete Procedere zur Prüfung ärztlich verordneter Leistungen. Dabei sind sie in der Wahl der Prüfungsart und -methode grundsätzlich frei.

Dies gilt auch für den Prüfgegenstand. Statt Richtgrößen sind Wirtschaftlichkeits- und Versorgungsziele zum Beispiel auf Basis des Medikationskataloges der KBV denkbar. Es besteht auch die Möglichkeit, Ärzte mit geringem Verordnungsumfang gänzlich von der Prüfung auszunehmen und Geringfügigkeitsgrenzen zu vereinbaren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
Berlin – Die Bundesregierung hat die Regelungen für ein neues Wiederholungsrezept an das Masernschutzgesetz angehängt, das heute im Bundesrat erstmals beraten wird, und dieses gleichzeitig weiter
Regierung präzisiert Regelungen für das Wiederholungsrezept
9. Oktober 2019
Berlin/Bonn – Der Jour Fixe „Liefer- und Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln“ beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Empfehlung ausgearbeitet, wie im Rahmen der
Initiative soll Arzneimittelengpässen in Kliniken vorbeugen
27. September 2019
Berlin – Referenzdatenbank für Arzneimittel, elektronische Verordnungen, Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Union und SPD haben zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das heute in erster Lesung im Bundestag
Elektronische Verordnungen sollen ausgeweitet werden
27. September 2019
Düsseldorf – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich für eine schrittweise Einführung des papierlosen elektronischen Rezepts (E-Rezept) ausgesprochen. „Bei Fragen der Anwendung würde ich
Elektronisches Rezept soll schrittweise kommen
24. September 2019
Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind im Jahr 2018 zwar relativ moderat um 3,2 Prozent auf gut 41 Milliarden Euro gestiegen. Mit 18,8 Milliarden Euro geht
Arzneimittelexperten kritisieren Hochpreispolitik der Pharmaindustrie
10. September 2019
Berlin – Arzneimittelexperten haben vor den Risiken gewarnt, wenn Apotheker künftig automatisch biotechnologisch hergestellte Medikamente durch Nachahmerprodukte austauschen können. Das sieht das
Experten warnen vor automatischem Austausch von Biosimilars durch Apotheker
6. August 2019
Berlin – Die Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung (EAMIV) ist am 3. August, einen Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, in Kraft getreten. Die Verordnung regelt die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER