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Neues Pilotprojekt zur Schulimpfung gegen humane Papillomviren

Donnerstag, 3. Dezember 2015

dpa

Frankfurt – Ein Modellprojekt zur Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) hat das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar mit verschiedenen Projektpartnern gestartet. An Gebärmutterhalskrebs erkranken jedes Jahr in Deutschland rund 5.000 Frauen, etwa 1.500 sterben daran. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfrate liegt jedoch in Hessen erst bei 22 Prozent (deutschlandweit bei rund 35 Prozent). Das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar plant, die Rate innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 40 Prozent zu erhöhen.

Die Projektpartner sind überzeugt, dass gezielte Aufklärung bei den Eltern die Impfrate erhöht und damit deutlich mehr Frauen vor dieser Erkrankung geschützt werden. Bei Elternabenden an sechs Modellschulen in Bensheim und Lampertheim informierten Fachärzte daher in den vergangenen Wochen ausführlich über die HPV-Impfung und beantworteten Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Risiken. Wie eine Befragung der Teilnehmer zeigte, fühlten sich 94 Prozent der Eltern im Anschluss ausreichend informiert, um eine Entscheidung zu treffen. 60 Prozent der Eltern möchten ihre Töchter demnach gegen HPV impfen lassen. Nur 13 Prozent der Eltern lehnen die Impfung ab. 27 Prozent haben keine Angabe gemacht.

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Ein weiterer zentraler Baustein des Modellvorhabens ist das Angebot einer freiwilligen Schulimpfung: Auf Wunsch der Eltern können Schülerinnen der vierten Klasse bei einem Impftag vor Ort an der Grundschule von einem der beteiligten Fachärzte gegen HPV geimpft werden. Knapp die Hälfte der Eltern, die sich für die Impfung entschieden haben, möchte dieses niederschwellige Angebot nutzen.

„In Zeiten zunehmender Impfmüdigkeit ist es umso wichtiger, Eltern fundiert über die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen aufzuklären“, sagte Claus Köster, Präsident des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar. Er kündigte an, das Angebot auf weitere interessierte Schulen in der Rhein-Neckar-Region sowie im Land Hessen auszuweiten.

Das Modellprojekt ist eingebettet in die Aktivitäten der Initiative „Prävention in der Metropolregion Rhein-Neckar“ und ergänzt zugleich die hessische Krebs­präventions­kampagne „du bist kostbar“. Finanziert wird das Vorhaben vom Bundes­ministerium für Gesundheit, der Deutschen Krebshilfe, der Dietmar Hopp Stiftung und der Stiftung Deutsche Krebsgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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