Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen steigern Ausgaben für Prävention um zehn Prozent

Freitag, 4. Dezember 2015

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr 293 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Primärprävention ausgegeben, zehn Prozent mehr als im Jahr 2013. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht vor, der von GKV-Spitzenverband und Medizinischem Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) herausgegeben wird.

Ein Schwerpunkt lag laut dem Bericht auf der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Ausgaben für diesen Bereich stiegen um 24 Prozent auf knapp 68 Millionen Euro. Laut den Kassen erreichten die Maßnahmen rund 1,2 Millionen Beschäftigte in etwa 11.000 Betrieben. Über ein Drittel dieser Aktivitäten fanden im verarbeitenden Gewerbe statt, gefolgt von 18 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen.

Von großer Bedeutung seien auch Maßnahmen in Kindergärten, Schulen, Wohn­gebieten und Stadtteilen. In 23.000 solcher sogenannten Settings haben die Kassen 2014 gesundheitsfördernde Aktivitäten unterstützt und dabei 2,2 Millionen Menschen erreicht. Sie wendeten dafür rund 32 Millionen Euro auf und steigerten damit hier die Ausgaben im Vergleich zu 2013 um sieben Prozent.

„Wichtig ist, dass andere verantwortliche Träger etwa in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Verkehr und Umwelt die Bemühungen der gesetzlichen Kranken­versicherung unterstützen. Dann werden die Maßnahmen der Kassen einen noch höheren Mehrwert für die Menschen haben“, sagte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, bei der Vorstellung des Präventionsberichtes.

Laut dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium sind die Ausgaben für Präventionsleistungen auch 2015 weiter gestiegen, bleiben allerdings weiterhin hinter dem Notwendigen zurück. „Trotz der aktuellen Zuwachsraten bleiben gerade in den betrieblichen und nicht-betrieblichen Lebenswelten die Ausgaben offenkundig auch in diesem Jahr noch weit hinter dem finanziellen Engagement zurück, das für die Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention erforderlich ist“, hieß es aus dem Ministerium.

Das im Juli in Kraft getretene Präventionsgesetz gibt den Krankenkassen vor, ab dem Jahr 2016 mindestens vier Euro je Versicherten für gesundheitsfördernde Leistungen in Betrieben und weiteren Lebenswelten auszugeben.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

nocure
am Sonntag, 6. Dezember 2015, 19:00

Ist jemand in der Lage

genau zu beschreiben, was in diesen Topf von Präventionsleistungen fällt?
Nicht etwa auch die Prämie, wenn Frau zur Vorsorge geht, 10 Stunden in irgendeiner Muckibude bei einem Rückenkurs verbringt, eine Zuschuß von X Euro zu einer Fitnessapplikation bekommt?
Neuestes Beispiel, die MhPlus gibt Schwangeren einen Zuschuß von 60€ für einen 3D/4D Ultraschall, also für Babykino.
Einfach unfassbar.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
Betriebliches Gesundheits­management erhält höheren Stellenwert
Berlin – Das Betriebliche Gesundheitsmanagement hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Diese Meinung vertraten Experten bei der vom BKK Dachverband vorgenommenen Verleihung des Deutschen......
18.05.17
Alkoholkonsum junger Menschen rückläufig
Berlin – Jugendliche und junge Erwachsene trinken weniger und auch später Alkohol. Den ersten Rausch erleben sie heute mit 16,4 Jahren. Im Jahr 2004 lag das Durschnittsalter bei Jungs wie Mädchen noch......
10.05.17
Digitalisierung der Arbeit verlangt mehr Stressprävention
Berlin – Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt braucht die Gesundheitsförderung in Unternehmen heute mehr als rückengerechte Bürostühle und gesundes Kantinenessen. Neue digitale......
28.04.17
Diabetes-Präventions­projekt erhält Millionenförderung
Bad Segeberg/Kiel – Das unter Federführung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) stehende Kooperationsprojekt „Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ erhält rund vier Millionen......
25.04.17
Streit um Gesundheitskurse bei der Bundeswehr
Berlin – Der Bundesrechnungshof (BRH) hat die Gesundheitskurse bei der von Personalmangel geplagten Bundeswehr kritisiert. Das Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) wies die Vorwürfe......
06.04.17
Volkshochschulen müssen Präventionsangebote prüfen lassen
Berlin – Der gesetzlich geforderte Qualitätscheck für Präventionskurse gilt auch für Angebote der Volkshochschulen (VHS). „Leider ist die Beteiligung der VHS an dem einheitlichen Prüfverfahren für......
31.03.17
Bewegung als Prävention funktioniert nur bei enger Verankerung im Alltag
Baierbrunn – Bewegungsprogramme zur Prävention müssen deutlicher als bislang die individuellen Lebenswelten der Menschen einbeziehen. Das haben Mediziner und Sportwissenschaftler auf dem......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige