Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV fordert sektoren­übergreifende Bedarfsplanung

Freitag, 4. Dezember 2015

Regina Feldmann /Lopata

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will sich für eine Bedarfsplanung einsetzen, die Sitze von Vertragsärzten beziehungsweise –psychotherapeuten und Klinikstrukturen einbezieht. „Wir müssen die gesamte Versorgungslandschaft betrach­ten“, sagte Vorstand Regina Feldmann heute auf der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV in Berlin. Erst mit einer sektorenübergreifenden Bedarfsplanung „ergibt sich letztlich eine echte Versorgungssitzplanung“, betonte sie.

Feldmann wies in ihrer Rede darauf hin, dass eine derzeit laufende Studie den künftigen Bedarf an niedergelassenen Vertragsärzten untersuche. Mit ersten Ergebnissen rechne sie im kommenden Jahr.

Der KBV-Vorstand begrüßte, dass künftig 7.500 Weiterbildungsstellen in der Allgemein­medizin gefördert werden. So sieht es das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vor. Hinzu kommen noch einmal 1.000 Förderstellen für die Weiterbildung im fachärztlichen Bereich. Berücksichtigt werden laut Gesetz Augenärzte, Gynäkologen sowie Kinder- und Jugendmediziner.

Feldmann führte aus, dass die KBV die Einzelheiten der Umsetzung im Augenblick mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband verhandle. Dabei gehe es um die regionale Verteilung der Stellen und um die Höhe der Förderung. „Letztere soll vor allem an vergleichbare Klinikgehälter angepasst werden“, betonte sie.

Für eine sichere medizinische Versorgung in der Zukunft müsse aber auch das Medizinstudium reformiert werden. Feldmann forderte, das praktische Jahr in zwei ambulante und zwei stationäre Abschnitte zu unterteilen. Zudem müsse die Allgemeinmedizin als obligatorisches Prüfungsfach im zweiten Staatsexamen verankert werden.

Weitere Themen Feldmanns waren die palliativmedizinische Versorgung und das E-Health-Gesetz. Sie erklärte, mit dem Ausbau der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) werde „die Palliativversorgung weiter in der vertrags­ärztlichen Versorgung verankert.“ Dies entspreche einer langjährigen Forderung der KBV. „Es ist erfreulich, dass der Gesetzgeber hier auf unsere Grundüberlegungen zurückgegriffen hat“, so Feldmann.

In Bezug auf das soeben beschlossene E-Health-Gesetz begrüßte sie, dass Ärzten die Verantwortung für den Medikationsplan obliege und nicht Apothekern. Hier habe sich die KBV durchgesetzt. „Der Arzt stellt die Indikation, nur er verfügt über die für den Patienten notwendigen Informationen zur medikamentösen Therapie“, machte Feldmann deutlich. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

07.10.17
Europa muss bei Gesundheitspolitik zusammenarbeiten
Gutes Klima beim Parlamentarischen Empfang in Brüssel: Norbert Lins (MdEP), Martin Seychell (Europäische Kommission, stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit in der Generaldirektion Gesundheit......
22.09.17
Versorgungs­strukturen müssen an die Realität angepasst werden
Berlin – Die Versorgungsstrukturen in Deutschland müssen an die Versorgungsrealität angepasst werden. Darauf hat heute der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas......
22.09.17
Notfallversorgung eines der drängendsten Themen
Berlin – Die Neuordnung des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes und der Notfallversorgung ist eines der drängendsten Themen für die Versorgung und werde „ganz sicher bei den kommenden......
22.09.17
Digitalisierung benötigt Strategie, Augenmaß und Ruhe
Berlin – Um die Chancen der Digitalisierung für die Versorgung effizient nutzen zu können, bedarf es einer E-Health-Strategie. Zum einen müsse die Politik eine übergreifenden E-Health-Strategie......
19.09.17
Kassenärztliche Bundesvereinigung will Digitalisierung koordinieren
Berlin – Eine praktikable und gute Koordination der weiteren Maßnahmen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Wie der KBV-Vorsitzende Andreas......
19.09.17
Praxisnieder­lassungen werden in Sachsen besser gefördert
Dresden – Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Sachsen hat seine Förderung von Praxisniederlassungen und -übernahmen aufgrund bisheriger Erfahrungen in wesentlichen Punkten......
18.09.17
Bedarfsplanung stärker an regionaler Krankheitslast ausrichten
Berlin – Die AOK Nordost hat vorgeschlagen, die Bedarfsplanung künftig auch am Deutschen Index Multiple Deprivation zu orientieren. Dieser für Deutschland vom Institut für Gesundheitsökonomie und......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige