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Politik

Ländervergleich: Zugang zu Haus- und Fachärzten in Deutschland sehr gut

Dienstag, 8. Dezember 2015

dpa

Köln – Der Zugang zur ambulanten ärztlichen Versorgung ist in Deutschland deutlich weniger reglementiert als in anderen Gesundheitssystemen. Das ist das Ergebnis eines Ländervergleichs von Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden, den das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) jetzt veröffentlicht hat. Demnach profitieren Menschen hierzulande von einer vergleichsweise hohen Arztdichte, einer freien Arztwahl und der Möglichkeit des direkten Zugangs zum Facharzt.

Insgesamt hat die Bevölkerung laut Studie in allen drei Ländern Zugang zu einer umfassenden gesundheitlichen Versorgung unabhängig von Einkommen und Gesundheitszustand. Der Abschluss einer Kran­ken­ver­siche­rung ist dabei in allen Ländern obligatorisch. Auch wenn der Leistungsumfang im niederländischen, schweizerischen und deutschen System variiert, bieten alle Länder eine Basis­absicherung medizinischer Leistungen, wie etwa ärztliche Versorgung oder Krankenhausbehandlung.

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Der Studie zufolge wird zudem in allen drei Ländern zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung unterschieden. Dabei kommt Fachärzten im Bereich der ambulanten Versorgung in Deutschland und der Schweiz eine deutlich wichtigere Funktion zu als in den Niederlanden, da es nur in Deutschland und der Schweiz niedergelassene Fachärzte gibt.

In den Niederlanden sind Fachärzte fast ausschließlich an den Kliniken tätig. Damit erfolgt dort die ambulante ärztliche Versorgung nahezu vollständig durch Hausärzte. Im Gegensatz dazu entfällt in Deutschland und der Schweiz nur ein Anteil von 25 Prozent beziehungsweise 33 Prozent an allen ambulant tätigen Ärzten auf Hausärzte. Sowohl für die hausärztliche als auch für die fachärztliche Versorgung gilt in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz die freie Arztwahl. In Deutschland und der Schweiz können sich Patienten direkt an einen niedergelassenen Facharzt wenden. Niederländer müssen dagegen immer zuerst ihren Hausarzt aufsuchen, der dann als „Gatekeeper“ über den Zugang zum Facharzt entscheidet.

In den Niederlanden ist dem WIP zufolge die Zahl der Hausärzte pro Einwohner im nationalen Durchschnitt deutlich geringer als in Deutschland und der Schweiz. Allerdings haben in den Niederlanden nicht-ärztliche Berufsgruppen einen viel größeren Anteil an der Patientenversorgung. Praxisassistenten übernehmen oftmals die erste Beratung und Behandlung im ambulanten Bereich, so dass Patienten in diesen Fällen gar keinen Arztkontakt haben.

In Deutschland und der Schweiz entscheidet dagegen der Arzt bei jedem Patienten über die Behandlungsnotwendigkeit. Zuzahlungen spielen in der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland keine Rolle. In Deutschland muss der Patient auch bei Facharztbesuchen keinen Eigenanteil zahlen, was in den Niederlanden dagegen bei den meisten Fachärzten der Fall ist. Für Schweizer Patienten können Zuzahlungen eine Zugangshürde darstellen, da durch die obligatorischen Selbstbehalte ein relativ hoher Anteil aus eigener Tasche finanziert wird.

„Insgesamt betrachtet ist der Zugang zur ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland − sowohl zu Haus- als auch zu Fachärzten – als sehr gut zu bezeichnen: sei es in Bezug auf die vergleichsweise hohe Arztdichte, die freie Arztwahl, die Möglichkeit des direkten Facharztzugangs und die Inanspruchnahme ohne Zuzahlungen“, resümierten die Autoren. Der Zugang zur ambulanten ärztlichen Versorgung sei somit deutlich weniger reglementiert als in unseren Nachbarländern bei vergleichsweise moderaten Kosten. © hil/aerzteblatt.de

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