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Medizin

„Popcorn-Lunge“ durch E-Zigaretten? – Schadstoffe in Aromen nachgewiesen

Dienstag, 8. Dezember 2015

dpa

Boston – Die Aromen vieler E-Zigaretten enthalten Schadstoffe, die bei einer hohen Exposition eine Bronchiolitis obliterans auslösen können. Dies berichten US-Forscher in Environmental Health Perspectives (2015; doi: 10.1289/ehp.1510185). Im August 2001 waren in Missouri zehn Arbeiter einer Popcorn-Fabrik so schwer an einer Bronchiolitis obliterans erkrankt, dass vier auf die Warteliste für eine Lungen­trans­plan­ta­tion gesetzt werden mussten.

Die von den Medien als „Popcorn-Lunge“ bezeichnete Erkrankung der kleinen Atem­wege wurde schon bald vom US-National Institute for Occupational Safety and Health auf eine Exposition mit Diacetyl zurückgeführt. Der Aromastoff, der Nahrungsmitteln den Geschmack von Butter vermittelt, ist beim Verzehr unbedenklich. Bei der Inhalation kann es jedoch zu einer Entzündung und Narbenbildung in den Atemwegen kommen, die nicht reversibel ist.

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Derzeit versuchen die Hersteller von E-Zigaretten, ihre zumeist jungen und experi­mentier­freudigen Konsumenten durch den Zusatz von Aromastoffen auf den Geschmack ihrer Nikotin-Inhalatoren zu bringen. Mehr als 7.000 unterschiedliche Aromata sollen inzwischen angeboten werden.

Joseph Allen von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston vermutete, dass einige E-Liquids Diacetyl enthalten. Sie untersuchten daraufhin einige kommerziell erhältliche Aromastoffe für E-Zigaretten auf die Freisetzung von Diacetyl oder die beiden verwandten Stoffe Acetoin und Pentandion-(2,3).

Die E-Zigaretten wurden in einer abgedichteten Kammer untersucht, die den Konsum der E-Zigaretten nachstellt. Im Luftstrom von 39 E-Zigaretten konnten die Forscher die Freisetzung von Diacetyl in einer Menge von 239 µg pro E-Zigarette nachweisen. Der Rauch von 23 E-Zigaretten enthielt bis zu 64 µg Pentandion-(2,3) und 46 E-Zigaretten gaben bis zu 529 µg Acetoin ab. Insgesamt enthielten 47 der 51 Präparate mindestens eine der drei untersuchten Chemikalien.

Die Forscher halten den Nachweis der drei Substanzen in E-Zigaretten für bedenklich. Es müssten dringend weitere Studien durchgeführt werden, um das Ausmaß der Exposition und die mögliche Gefährdung der E-Raucher zu untersuchen. © rme/aerzteblatt.de

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