Politik

Eltern sehen Antibiotika-Therapie ihrer Kinder zunehmend kritisch

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Hamburg – Viele Eltern sehen Antibiotika-Therapien bei ihren Kindern zunehmen kritisch. Das berichtet die DAK Gesundheit nach einer repräsentativen Befragung. Dieselbe Erhebung hatte die Kasse bereits 2008 durchgeführt.

Danach beurteilen im Augenblick 65 Prozent der Eltern die Verordnung von Antibiotika bei ihren Kindern kritisch. Vor sieben Jahren waren es nur 59 Prozent. Vor allem in Nordrhein-Westfalen und in den östlichen Bundesländern haben Mütter und Väter Bedenken (75 und 70 Prozent).

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Das Alter der Kinder spielt bei der Akzeptanz von Antibiotika eine große Rolle: Bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr sind Eltern besonders vorsichtig – 64 Prozent hinterfragen die Antibiotika-Gabe kritisch. Bei den vier bis sechsjährigen Kindern sind es 58 Prozent.

Die DAK-Umfrage zeigt auch, dass Eltern heute seltener mit ihren Kindern zum Arzt gehen als früher. 36 Prozent sind derzeit vier bis achtmal pro Jahr mit ihrem Kind in der Praxis. Im Jahr 2008 waren es noch 58 Prozent.

Die Umfrageergebnisse passen zu einer Studie, die der Versorgungsatlas im November 2015 veröffentlich hat. Danach haben niedergelassene Ärzte im Jahr 2014 bei Kindern und Jugendlichen signifikant weniger Antibiotika verordnet als 2008. Leicht rückläufig sei der Einsatz von Antibiotika auch bei älteren Menschen jenseits des 70. Lebensjahres. Bei der großen Altersgruppe der 15-69-Jährigen griffen Ärzte aber unverändert häufig zum Rezeptblock, erläuterte Jörg Bätzing-Feigenbaum, Leiter des Versorgungsatlas und Erstautor der Trendanalyse, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. © hil/aerzteblatt.de

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