Politik

Keine Einigung beim Streit um Hebammen-Haft­pflichtkosten

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Berlin/Karlsruhe – Der Streit um die Haftpflichtkosten deutscher Hebammen geht weiter. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wirft dem Deutschen Hebammenverband (DHV) eine Blockadehaltung in den Verhandlungen vor, der DHV hält den GKV-Vertragsentwurf für nicht umsetzungsfähig.

Im September hatte die Schiedsstelle einen Beschluss zum Haftpflichtausgleich gefasst. Nachdem die anschließenden Verhandlungsgespräche zwischen Hebammen und Kostenträger Anfang Dezember gescheitert waren, will der DHV nun gegen den Beschluss klagen. „Wir brauchen eine vertragliche Neugestaltung“, unterstrich Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied und Verhandlungsführerin des Hebammenverbandes. Sie warf der GKV vor, den Sicherstellungszuschlag zur Haftpflichtversicherung nur einem Teil der Hebammen zugänglich machen zu wollen. 

Anzeige

Aktueller Zankapfel ist dabei offenbar das Antragsformular für den Ausgleich der gestiegenen Haftpflichtversicherungskosten. „Während der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) das Vorhaben eines abgestimmten Formulars mitgetragen hätte, lehnte der DHV dies ab“, meldete der GKV-Spitzenverband.

Der DHV verwies indes auf im Entwurf enthaltene Fehler, die über „bloße redaktionelle Korrekturen nicht zu beheben“ seien. So könnten beispielsweise Hebammen, die in Teams abrechnen, mit der vom GKV-Spitzenverband vorgelegten Regelung keinen Ausgleich beantragen.

Trotz der Kontroverse erklärte sich der Hebammenverband bereit, der GKV sämtliche Versicherungsunterlagen seiner Mitglieder zur Verfügung zu stellen. Bisher hatte der DHV die Vorlage sämtlicher Versicherungsunterlagen verweigert. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.01.17
Baden-Württemberg analysiert Geburtshilfe
Stuttgart/Karlsruhe – Mit einer Erhebung zum Zustand der Geburtshilfe will das Land Baden-Württemberg erste konkrete Schritte gegen den Hebammenmangel einleiten. Es müsse präzise festgestellt werden,......
17.01.17
Nachfrage nach außerklinischen Geburten kann in Berlin nicht erfüllt werden
Berlin – Schwangere Frauen haben das Recht, den Geburtsort ihrer Kinder frei zu wählen. Manche Frauen wollen statt im Krankenhaus lieber zu Hause oder in einem Geburtshaus gebären. Doch inzwischen......
09.01.17
Memmingen – Wegen des bundesweiten Hebammenmangels startet das Klinikum im schwäbischen Memmingen eine eigene Ausbildung. Das Krankenhaus werde von April an die dreijährige Hebammenausbildung......
05.01.17
Idstein/Frankfurt am Main – Um dem Nachwuchsmangel an Hebammen und Entbindungspflegern in der Region Rhein-Main zu begegnen, haben sich ansässige Gesundheitsinstitutionen zur gemeinsamen Gründung......
09.12.16
Bonn – Die Deutsche Unesco-Kommission hat heute das Hebammenwesen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Verzeichnis will die Vielfalt kultureller......
23.11.16
Berlin – Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat die Bundesregierung aufgefordert, den zunehmenden Schließungen von Kreißsälen entgegenzuwirken. „Gab es 1991 bundesweit noch 1.186 Krankenhäuser mit......
15.11.16
Tschechische Frauen kämpfen vergeblich um Recht auf Hausgeburt
Prag/Straßburg – Immer mehr Frauen in Tschechien wollen ihr Kind nicht mehr in der Klinik zur Welt bringen. Sie wünschen sich eine Geburt im vertrauten und gemütlichen Umfeld der eigenen vier Wände,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige