Politik

GKV-Spitzenverband: Risiken von Arzneimitteln langfristig prüfen

Freitag, 11. Dezember 2015

Berlin – Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat gefordert, Nutzen und Risiken neuer Arzneimittel auch nach dem Markteintritt regelmäßig zu prüfen. Denn gerade Neben- oder negative Wechselwirkungen mit anderen Präparaten würden vollumfänglich oft erst bekannt, wenn das Arzneimittel bei vielen Patienten im Versor­gungsalltag eingesetzt wird.

Anzeige

„Die Meldungen zu bisher unbekannten Nebenwirkungen bei neuen Arzneimitteln stimmen sehr nachdenklich“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg. Neu sei nicht zwingend innovativ, sondern trotz Zulassungsstudien noch relativ unerprobt, eventuell durch Nebenwirkungen oder ungewollte Wechselwirkungen sogar gefährlich.

„Das grundsätzlich begrüßenswerte Bemühen, Patienten möglichst früh einen Zugang zu neuen Arzneimitteln zu eröffnen, birgt leider auch Risiken. Deshalb braucht es ein Gegengewicht“, so von Stackelberg. Das könnten seiner Meinung nach regelmäßige Nutzenbewertungen sein, die den jeweils aktuellen Stand der allgemein anerkannten medizinischen Erkenntnisse abbilden.

Das Vorstandsmitglied hat deshalb gefordert: „Statt den Nutzen eines neuen Arzneimittels nur einmal zu prüfen, sollten regelhaft erneute Bewertungen auf Basis realer Versorgungsdaten als verpflichtender Standard beim Gemeinsamen Bundesausschuss verankert werden.“ So könnten ihm zufolge Erkenntnisse über schwere Nebenwirkungen, die erst nach langer Behandlung auftreten, in eine erneute Bewertung einfließen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.02.17
Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Antikörper Brodalumab zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis zugelassen. Das Mittel hat in klinischen Studien eine......
15.02.17
London – Eine Häufung von Amputationen an den unteren Extremitäten, insbesondere der Zehen, zu der es in zwei Studien unter der Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor Canagliflozin gekommen ist,......
15.02.17
Berlin – Das geplante Arztinformationssystem, mit dem Ärztinnen und Ärzte besser über die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung bei neuen Arzneimitteln informiert werden sollen, darf Ärzte in ihrer......
13.02.17
London – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat ein Risikobewertungsverfahren zu dem Prostazyklin-Rezeptoragonisten Selexipag eingeleitet. Das Mittel war erst im Mai letzten Jahres europaweit......
06.02.17
Studie: NSAID erhöhen Herzinfarkt-Risiko bei Atemwegsinfektionen
Taipeh – Die Einnahme von nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID) bei grippalen Infekten – ein in der Selbstmedikation von Erkältungen häufiges Verhalten – kann unter Umständen einen tödlichen......
06.02.17
Silver Spring/Maryland – Das Antiseptikum Chlorhexidin, das ursprünglich in der Zahnmedizin eingesetzt wurde, inzwischen aber auch in Consumer-Produkten wie Mundspülungen oder Zahnpasta enthalten ist,......
06.02.17
Arztinformations­system: Sorge um Verordnungsfreiheit
Berlin – Vertragsärzte sollen künftig mit Hilfe eines Arztinformationssystems direkt beim Verordnungsvorgang arzneimittel- beziehungsweise wirkstoffbezogen über die Ergebnisse neuer Arzneimittel im......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige