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Medizin

Ebola, SARS & Co: WHO veröffentlicht Liste der gefährlichsten Krankheitserreger

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Genf – Nicht HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria, Vogelgrippe oder Dengue sind nach Ansicht einer Arbeitsgruppe der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die gefährlichsten Krankheitserreger. Größere Gefahren gehen von Ebola- und Marburg-Fieber, MERS und SARS, vom Krim-Kongo-Fieber, sowie von Nipah-Viren und dem Rifttalfieber aus. Risiken bergen zudem Ausbrüche von Chikungunya, Zita-Fieber und des „severe fever with thrombocytopaenia syndrome“ (SFTS).

Der Ausbruch des Ebola-Fiebers in Westafrika hatte die WHO unvorbereitet getroffen. Es gab keinen Impfstoff, keine wirksamen Medikamente und keine effektive Strategie zur frühzeitigen Eindämmung der Epidemie. Das gleiche Problem trifft auf die jetzt von der WHO aufgelisteten Erkrankungen zu.

Das Marburg-Virus und das SARS-Coronavirus sind derzeit nicht „aktiv“. Auch zum Krim-Kongo-Fieber, eine Virusinfektion, die von Zecken übertragen wird, sind aktuell keine Ausbrüche bekannt. Das Lassa-Fieber, das in Westafrika bei Nagern endemisch ist, führt hin und wieder zu Erkrankungen. Zuletzt hatte es im Mai 2015 eine importierte Infektion in den USA gegeben, in Deutschland gab es im Jahr 2000 zwei Erkrankungen.

Das Nipah-Virus, das eine Enzephalitis auslösen kann, hat zuerst 1998/99 in Malaysia und Singapur einen Ausbruch verursacht, der erst nach dem Keulen von einem Viertel des Schweinebestands beendet wurde. Seither gab es zwölf kleinere Ausbrüche, zuletzt 2003 in Bangladesch. Das MERS-Coronavirus führt weiterhin zu sporadischen Erkran­kungen auf der arabischen Halbinsel – Mitte Dezember waren es 1.621 Fälle, davon 584 mit tödlichem Ausgang.

Das Rifttalfieber, ein hämorrhagisches Fieber bei Wiederkäuern, hat zuletzt im September 2000 in Saudi-Arabien und im Jemen auf Menschen übergegriffen. Das Chikungunya-Fieber hat von Afrika zunächst Indien und jüngst auch Lateinamerika erreicht. Dort wurden in diesem Jahr auch erstmals Infektionen mit dem Zika-Virus beobachtet, die mit einer Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht werden. Das SFTS hat seit 2010 in Nordost-China sowie vereinzelt in Südkorea und Japan eine Reihe von Todesopfern gefordert.

Alle Erreger sind nach Einschätzung der WHO jederzeit in der Lage, erneut Epidemien auszulösen. Um für den Notfall besser gewappnet zu sein, soll jetzt eine Kommission aus Wissenschaftlern eine „WHO Blueprint for R&D preparedness“ vorlegen. Nach einer Bestandsaufnahme der derzeitigen Forschungsergebnisse soll die Entwicklung von Impfstoffen und möglichen Medikamenten vorangetrieben werden. © rme/aerzteblatt.de

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