NewsVermischtesWie Hepatitis-C-Patien­ten auf die neuen Therapien ansprechen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Wie Hepatitis-C-Patien­ten auf die neuen Therapien ansprechen

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Berlin – Auf die Daten ihres im Herbst 2014 gestarteten Deutschen Hepatitis C-Registers hat die Deutsche Leberstiftung hingewiesen. Mit über 9.000 Patienten ist es eines der weltweit größten Register zu dieser Erkrankung. „Die chronische Hepatitis C kann inzwischen gut therapiert werden. Zum optimalen Einsatz der neuen Medikamente sind allerdings noch Daten aus dem Real World-Setting notwendig. Diese Daten werden im Deutschen Hepatitis C-Register erhoben“, hieß es aus der Stiftung.

Für die ersten Auswertungen zur Effektivität und Sicherheit der neuen Therapien konnten Daten von 7.422 Patienten berücksichtigt werden, die von 233 Praxen und Kliniken im Register erhoben wurden.

Die größte Gruppe der dokumentierten Patienten sind mit dem HCV-Genotyp 1a oder 1b infiziert. Für diese Patienten wurde die hohe Wirksamkeit und sehr gute Verträg­lichkeit der neuen Medikamente gegen Hepatitis C bestätigt. Mit den verschiedenen Therapiekombinationen konnten zwischen 79 Prozent und 92 Prozent der ausge­werteten Patienten mit einer Genotyp 1-Virusinfektion geheilt werden.

Anzeige

Aber nicht bei allen Betroffenen wurden die Ergebnisse der Zulassungsstudien in vollem Umfang bestätigt. Patienten, die mit dem Genotyp 2 des Hepatitis C-Virus infiziert sind, zeigten in der breiten Anwendung eine schlechtere Heilungsrate als in den klinischen Phase III-Studien, wie die Daten aus dem Register belegen. Bei der am häufigsten verwendeten Therapiekombination Sofosbuvir und Ribavirin konnte nur für 89 von 119 Patienten (75 Prozent) eine Ausheilung dokumentiert werden. Die Heilungsrate war insbesondere bei Genotyp 2-Patienten mit Leberzirrhose (63 Prozent) und bei vorbehandelten Patienten (68 Prozent) schlechter als im Durchschnitt.

„Hier werden wir weitere Auswertungen vornehmen, um herauszufinden, welche Faktoren für den Erfolg der Therapie wichtig sind“, sagte Stefan Mauss vom medizinischen Versorgungszentrum Düsseldorf, einer der Koordinatoren dieser Auswertung.

Interferon-freie Therapien der HCV-Genotyp 3 zeigten Ausheilungsraten zwischen 70,9 Prozent und 88,2 Prozent, abhängig von der Therapiekombination und Adhärenz des Patienten und bestätigen somit auch für diesen Subtyp die hohe Effektivität dieser Behandlungen. Weiterhin kann für den HCV-Genotyp 3 auch die Therapie mit pegyliertem Interferon von Bedeutung sein. Im Register zeigt sich eine Effektivität der Therapie von Sofosbuvir mit pegyliertem Interferon und Ribavirin. 91,7 Prozent, also 132 von 144 Patienten konnten mit dieser Kombination über zwölf Wochen geheilt werden.

Im Register wurden bereits über 200 Therapien von Patienten mit dem seltenen HCV-Genotyp 4 dokumentiert. Die Auswertungen zeigen, dass die Heilungsraten abhängig von der Therapie zwischen 69,2 Prozent und 92,3 Prozent lagen.

Die Deutsche Leberstiftung hat zur Führung des Registers eine GmbH gegründet, deren alleinige Gesellschafterin sie ist. Sie betreibt das Register in enger Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng). © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Oktober 2020
Stockholm – Der diesjährige Nobelpreis geht an 3 Forscher, die an der Entdeckung des Hepatitis-C-Virus beteiligt waren. Der amerikanische Anthropologe Harvey Alter hatte in den 1970er-Jahren die
Medizinnobelpreis für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus
9. September 2020
Tübingen – Bei der Untersuchung von Schweinefleisch und Schweineleber haben Forscher in Deutschland in mehr als zehn Prozent aller Proben Hepatitis-E-Viren nachgewiesen. Bei fünf Prozent der
Hepatitis-E-Viren in Schweinefleisch und Schweineleber nachgewiesen
5. August 2020
Heidelberg – Die Europäische Kommission hat erstmals ein Medikament zur Behandlung der Hepatitis D zugelassen. Der „Entry Inhibitor“ Bulevirtide, der Hepatitis D- und auch B-Viren (HDV und HBV) am
Erstes Medikament gegen Hepatitis D zugelassen
28. Juli 2020
Waldems-Esch – Trotz moderner Therapieformen sind die Behandlungskosten für chronische Hepatitis C im Gesundheitswesen gesunken. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Datenspezialisten Insight
Welt-Hepatitis-Tag: Sinkende Kosten trotz moderner Therapien
28. Juli 2020
Genf – Der Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die chronisch mit Hepatitis B infiziert sind, ist im vergangenen Jahr unter ein Prozent gefallen. Das berichtete die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO)
WHO: Fast alle Kinder unter fünf Jahren gegen Hepatitis geschützt
10. März 2020
Washington – Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) rät allen Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren, sich auf Hepatitis C-Screening testen zu lassen. Die entsprechende Grad B-Empfehlung
Opioid-Krise: US-Experten fordern Hepatitis C-Screening aller Erwachsenen
19. Februar 2020
Msida/Malta – Die gegenwärtige Masern-Epidemie konfrontiert Ärzte mit einer Erkrankung, die viele vormals nur aus den Lehrbüchern kannten. Eine Fallserie in BMJ Case Reports (2020; doi:
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER