Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Online-Beratung ist Herausforderung für angehende Ärzte

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Tele-Sprachtherapie mit einem Parkinson-Patienten /dpa

Tübingen – Patienten online zu beraten ist eine neue Herausforderung für Ärzte. „Was an Fragen zur Gesundheit früher nur durch den Gang zum Arzt geklärt werden konnte, wird heute vielfach im Internet diskutiert. Beispielsweise nutzen immer mehr Menschen medizinische Expertenforen im Internet, in denen sie sich von Ärzten beraten lassen können“, hieß es aus einer Arbeitsgruppe des Leibniz-Wissenschaftscampus Tübingen namens „Bildung in Informationsumwelten“.

Die Wissenschaftler erforschen hier, wie angehende Mediziner bereits in ihrem Studium auf die Schwierigkeiten der online-basierten Kommunikation mit Patienten vorbereitet werden können. Dafür haben sie zusammen mit der Universitäts-Frauenklinik ein Online-Forum entwickelt. Medizinstudierende des neunten Fachsemesters haben im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Bereich der Gynäkologie in diesem Online-Forum Patientenanfragen beantwortet. Mit der Studie untersuchten die Forscher, wie die Formulierung der Anfragen von Patienten das Antwortverhalten angehender Mediziner beeinflusst.

Zunächst zeigte sich, dass Medizinstudierende unabhängig von der Wissenschaftlichkeit der Anfrage in ihrer Antwort viele Fachbegriffe verwenden. Allerdings fielen die Antwor­ten emotionaler aus, wenn auch die Anfrage emotionaler war. Außerdem zeigt die Studie, welche Rolle das persönliche Gesundheitsverständnis der Medizin­studierenden in Bezug auf ihre Antworten spielt. Studierende, denen wissenschaftliche Erkenntnis, standardisierte Tests und Leitlinien besonders wichtig sind gaben wissenschaftlichere Antworten und reagierten weniger emotional zugewandt. Außerdem bemühten sie sich weniger um den Beziehungsaufbau zu den Patienten.

Die Ergebnisse dieser Studie legen laut den Wissenschaftlern nahe, dass Forenant­worten von medizinischen Experten meist wissenschaftlich geprägt sind. Wer emotionale Unterstützung oder Lebensrat suche, sollte seine Ängste explizit formulieren – sonst werde die Antwort in Online-Foren auf der Faktenebene bleiben. „Medizinstudierenden können online-basierte Patientenkommunikation bereits im Studium üben und sollten dies angesichts der gestiegenen Relevanz auch tun“, hieß es aus Tübingen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.05.17
Mainz – Ein neues Telemedizin-Projekt soll die Versorgung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma in der Region Koblenz und Mittelrhein-Westerwald verbessern. Das......
26.05.17
Künstliche Intelligenz soll Ärzte bei Diagnose- und Therapie­entscheidungen unterstützen
Berlin – Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin (MEVIS) und das Unternehmen Siemens Healthineers wollen Ärzte mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz (KI) und der Auswertung......
25.05.17
Digitalisierung: Fernbehandlung als ärztliche Aufgabe selbst in die Hand nehmen
Freiburg – Telemedizinische Anwendungen sind ein fester Bestandteil der Versorgung in Deutschland und in berufsrechtlicher Hinsicht unproblematisch. Bislang sah das Berufsrecht der Ärztekammern jedoch......
24.05.17
Gesundheits­telematik: Weichenstellungen für die Zukunft
Freiburg – Mit großer Mehrheit hat sich der 120. Deutsche Ärztetag in vielen Entschließungsanträgen für eine aktive Mitgestaltung bei der Einführung und Nutzung digitaler Technologien im......
24.05.17
Rostock – Die Digitalisierung in der deutschen Medizinbranche könnte durch ein Pilotprojekt der Universitätsmedizin Rostock einen Schub erhalten. Zusammen mit Siemens Healthcare werde gerade ein......
23.05.17
Mainz – Die Ärzte sollten nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz die Möglichkeit für mehr Fernbehandlungen per Internet bekommen. Bisher schließe die Musterberufsordnung eine......
22.05.17
KBV konkretisiert Forderungen für den Bundestagswahlkampf
Freiburg – In der ersten Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach der Wahl der Vorsitzenden und des KBV-Vorstandes verabschiedeten die Delegierten einen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige