Hochschulen

MHH als Transplantations­zentrum ohne Beanstandungen

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Hannover – Gute Arbeit hat die Überwachungskommission der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei Transplantationen bescheinigt. Die MHH ist eines der größten Transplantationszentren Deutschlands und bei Lungen sogar das größte Zentrum Europas.

Nachdem die Kommission im Vorjahr bereits die Herz- und davor Nieren- und Lebertransplantationen an er MHH überprüft hatte, legte sie nun als letzten Baustein den Prüfbericht für die Lungentransplantationen vor.

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Die Kommission hatte 378 Lungentransplantationen der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie unter Axel Haverich aus den Jahren 2010 bis 2012 stichprobenartig beleuchtet. In dieser Zeit waren 358 isolierte Lungentransplantationen durchgeführt worden sowie 20 kombinierte Herz-Lungen-Transplantationen. Die Prüfer hatten ihr Kommen erst einen Tag zuvor angemeldet und hatten eine Auswahl von 56 Fällen getroffen, die sie von den MHH-Ärzten genauer erläutert haben wollten. Darunter waren 20 Patienten, die die Hochschule als hoch dringliche Fälle eingestuft hatte.

„Wir haben in jedem Einzelfall nachgewiesen, dass für unsere Hochdringlichkeits­meldungen die medizinischen Indikationen vorlagen“, betonte Haverich. Nur mit größtmöglicher Transparenz sei das Vertrauen der Menschen in die Transplanta­tionsmedizin zurückzugewinnen. Die Arbeit der Überwachungskommission und dieses Ergebnis seien wichtige Bausteine auf diesem Weg.

Bei der Überprüfung der Transplantationen konnten die MHH-Ärzte auch den immer wieder gehegten Vorwurf widerlegen, Privatpatienten würden bei der Organvergabe bevorzugt. „Es bestanden keine Anhaltspunkte dafür, dass Privatpatienten bevorzugt behandelt oder transplantiert werden“, heißt es in dem Prüfbericht.

„Die Überprüfungen haben ergeben, dass wir unsere Transplantationen hervorragend dokumentiert haben und es keinerlei Grund zu Beanstandungen gibt“, fasste der MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung, die Prüfergebnisse zusammen. © hil/aerzteblatt.de

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