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Politik

Ärzte brauchen Planungssicherheit bei Digitalisierung des Gesundheitswesens

Freitag, 18. Dezember 2015

Berlin – Ärzte benötigen beim Aufbau der Telematikinfrastruktur für das Gesundheits­wesen Planungssicherheit. Das betonte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der gematik, Thomas Kriedel, heute anlässlich der abschließenden Beratung des sogenannten eHealth-Gesetzes im Bundesrat.

Das betreffe die Verlässlichkeit der im Gesetz verankerten Termine und die verbindliche Erstattung der den Arztpraxen entstehenden Kosten. Ansonsten habe dieses wichtige Projekt vom Start weg ein Akzeptanzproblem, so Kriedel. Elementar sei zudem die Praxistauglichkeit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). „Nur wenn die Abläufe in der Arztpraxis durch die neue Karte erleichtert und beschleunigt werden, kann das Projekt Fahrt aufnehmen“, sagte Kriedel, der auch Mitglied des Vorstandes der Kassen­ärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe ist.

Das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheits­wesen“ durchläuft heute nochmals den Bundesrat und tritt Anfang 2016 in Kraft. Es zielt im Wesentlichen darauf ab, die Einführung nutzbringender Anwendungen der eGK zu unterstützen. Dabei geht es vor allem darum, Patientendaten schneller und sicherer auszutauschen. Basis dafür ist eine neue Telematikinfrastruktur, die in den nächsten Jahren aufgebaut werden soll. Die erste verpflichtende Anwendung für die Ärzte und Psychotherapeuten ist das Versichertenstammdatenmanagement ab dem 1. Juli 2018.

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Grundsätzlich unterstützen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die KVen den Aufbau einer bundesweiten Telematikinfrastruktur. „Ganz klar: Das eHealth-Gesetz fordert und fördert Dienste, die auch von der KV Westfalen-Lippe angestrebt werden“, sagte Kriedel. Als Beispiele dafür nannte er den eArztbrief, die elektronische Patienten­akte, Röntgenkonsile und das Telemonitoring.

Kein Verständnis haben KBV und KVen dafür, dass die Vertragsärzte das Versicherten­stammdatenmanagement für Krankenkassen übernehmen sollen, ohne dafür honoriert zu werden: „Das ist ein zusätzlicher Aufwand für die Arztpraxen, der vergütet werden muss“, forderte er. Inakzeptabel seien Honorarkürzungen für Ärzte und Psychothera­peuten, die sich hier verweigerten, und Strafzahlungen für die Selbstverwaltung.

Die neue Telematikinfrastruktur soll ab Mai 2016 sechs Monate lang unter anderem in 82 Arztpraxen in Westfalen-Lippe getestet werden. Ideen seitens der Politik, diese Testphase zu verkürzen, erteilte Kriedel eine Absage: „Ich möchte einen Test haben, der den Namen verdient“, sagte er. Hier gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit, betonte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der gematik. © hil/aerzteblatt.de

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