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Politik

Rund 85 Prozent aller Heilmittel­verordnungen betreffen Physiotherapie

Freitag, 18. Dezember 2015

dpa

Berlin – Im vergangenen Jahr haben Ärzte rund 36,9 Millionen Heilmittelverordnungen zur Physiotherapie ausgestellt. Diese haben damit einen Anteil von 84,6 Prozent an allen Heilmittelverordnungen. Die Verordnungen entsprechen knapp 251 Millionen einzelnen physiotherapeutischen Behandlungen mit einem Gegenwert von 4,17 Milliarden Euro. Die Kosten für die Heilmittelversorgung insgesamt erreichten einen Umsatz von 5,77 Milliarden Euro.

So berichtet es das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im neuen Heilmittel­bericht 2015. Die Wissenschaftler haben dafür die über 37 Millionen Heilmittelrezepte analysiert, die Ärzte im Jahr 2014 für die rund 70 Millionen Versicherten der gesetz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ausgestellt haben. Mit den Daten von mehr als 24 Millionen AOK-Versicherten haben sie den Heilmittelbedarf für ältere Menschen ab 60 Jahre genauer betrachtet.

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Danach hat nahezu jeder Dritte der über 60-jährigen AOK-Versicherten in Deutschland im vergangenen Jahr Heilmittel in Anspruch genommen. Neben Physiotherapie sind dies auch Ergo- und Sprachtherapien und Podologie. Vor allem pflegebedürftige Menschen ab 60 Jahre nutzen Heilmittelbehandlungen. „Sie erhalten drei Mal so viele Heilmittel­therapien wie Nicht-Pflegebedürftige“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäfts­führer des WIdO. Insbesondere jüngere Pflegebedürftige zwischen 60 und 64 Jahren profitierten davon. 2014 habe jeder von ihnen durchschnittlich mehr als 27 Heilmittelbehandlungen erhalten. Das seien sechs Mal mehr als Nicht-Pflegebedürftige im gleichen Alter.

„Pflegebedürftige mit demenzbedingten Einschränkungen erhalten weniger Physio­therapie als andere Pflegebedürftige. Das liegt auch daran, dass die Vermittlung von Therapieinhalten bei dementen Menschen weniger gut gelingt“, sagte Schröder. So erhalten 37,2 Prozent der älteren Menschen ohne demenzbedingte Einschränkungen in der Pflegestufe 1 eine Physiotherapie. Bei den Demenzerkrankten in dieser Pflegestufe sind es 22,3 Prozent und damit ein Drittel weniger.

„Der Heilmittelbericht macht deutlich, dass ältere Menschen zielgruppengerecht entsprechend der vorliegenden Pflegebedürftigkeit oder Alltagskompetenz mit Heilmittelbehandlungen unterstützt werden“, so Schröders Fazit aus den Zahlen. © hil/aerzteblatt.de

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