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ICD-10: Kodierung für Zika-Viruskrankheit

Montag, 21. Dezember 2015

Köln – Wie das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) meldet, treten seit Frühjahr dieses Jahres vor allem in Südamerika mit Schwerpunkt Brasilien vermehrt Fälle der Zika-Viruskrankheit auf. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat daher beschlossen, hierfür die nicht belegten Schlüsselnummern U06 und U06.9 zur Kodierung zu verwenden.

Die Fälle der Zika-Viruskrankheit müssen schnellstmöglich statistisch identifizierbar sein. Bei schwangeren Patientinnen steht die Infektion im Verdacht, schwere Fehlbildungen des Zentralnervensystems der ungeborenen Kinder hervorrufen zu können (z.B. Mikrozephalie). Die WHO hat daher entschieden, die für derartige Notfälle reservierten ICD-10-Kodes U06  für die Zika-Viruskrankheit und U06.9 Zika-Viruskrankheit, nicht näher bezeichnet, zu verwenden.

Die Änderung gilt ab 21. Dezember 2015, sowohl für die ICD-10-WHO als auch für die ICD-10-GM. Sie gilt bis auf Widerruf bzw. bis zur Veröffentlichung einer neuen Jahrgangsversion der ICD-10-WHO bzw. ICD-10-GM. Über den DIMDI-Webshop sind jedoch keine aktualisierten Dateien zur ICD-10-WHO bzw. ICD-10-GM verfügbar.

Die aktuelle Zuordnung der Zika-Viruskrankheit ("Zika-Fieber") über das Alphabetische Verzeichnis zur ICD-10-GM bzw. den Band 3 der ICD-10-WHO zum Kode A92.8 Sonstige näher bezeichnete, durch Moskitos übertragene Viruskrankheiten wird daher ausgesetzt.

Im Rahmen des nächstjährigen ICD-10-Vorschlagsverfahrens beim Update and Revision Committee des WHO Family of International Classifications Network wird über mögliche weitere Änderungen der ICD-10 im Zusammenhang mit der Viruskrankheit beraten werden. © EB/aerzteblatt.de

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