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Medizin

Nierentrans­plantierte mit Hyperparathyreo­dismus profitieren von Operation

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Barcelona – Patienten mit einer Nierentransplantation, die an einem chronischen Hyperparathyreodismus leiden, könnten von eine Operation stärker profitieren als von einer medikamentösen Hemmung ihrer Nebenschilddrüse. Josep Maria Cruzado am Bellvitge Biomedical Research Institute und seine Arbeitsgruppe veröffentlichen im Journal of the American Society of Nephrology entsprechende Ergebnisse (doi:10.1681/ASN.2015060622).

In Folge einer Niereninsuffzienz kann es zunächst zu einem sekundären Hyperpara­thyreodismus kommen. Durch die eingeschränkte endokrine Funktion der Niere steht nicht genügend aktiviertes Vitamin D, das Calcitriol, zur Verfügung, sodass Kalzium nur unzureichend im Darm resorbiert wird. Die erniedrigten Kalziumspiegel und die patho­logische Hyperphosphatämie bei den Patienten sind starke Stimulatoren für die Sekretion von Parathormon (PTH) aus den Nebenschilddrüsen.

PTH mobilisiert Kalzium und Phosphat aus dem Knochengewebe, sodass die Patienten eine renale Osteopathie erleiden und das kardiovaskuläre Risiko ansteigt. Dieser sekundäre Hyperparathyreodismus kann zwar durch Kalzium und Vitamin D therapiert werden, jedoch kann sich die Funktion der Nebenschilddrüse nach langer Erkrankung autonom entkoppeln. Die PTH-Spiegel sind dann chronisch erhöht und können nur durch eine Operation oder eine medikamentöse Hemmung behandelt werden. Rund die Hälfte aller Nierentransplantierten weist laut der Forscher solch einen tertiären Hyperparathyreodismus auf.

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Die Wissenschaftler randomisierten 30 nierentransplantierte Patienten mit einem tertiären Hyperparathyreodismus in einen Operations- und einen Medikamentenarm, um die Wirkung der Interventionen zu vergleichen. Bei der Operation wurden die Epithelkörperchen subtotal reseziert. Die Forscher kontrollierten das Ergebnis zwölf Monate nach dem Eingriff, beziehungsweise der Medikation mit Cinacalcet.

Nach einem Jahr hatten alle operierten Patienten normale Kalziumwerte, während dies in der Medikamentengruppe nur bei zehn von 15 Patienten der Fall war. Die PTH-Spiegel konnten durch die Operation stärker gesenkt werden und die Knochendichte im Femur fiel in der operierten Gruppe nach einem Jahr höher aus. Nachteile der Operation waren behandelbare Hypokalzämien.

Die Forscher sehen in der Studie die klinischen Vorteile auf Seiten der Operation. Ab dem 14. Behandlungsmonat sei sie auch kosteneffektiver als die medikamentöse Behandlung. Da die Operation im Allgemeinen unkompliziert und komplikationsarm ist, erscheine sie als eine sinnvolle Therapiemöglichkeit für die Patienten, meinen die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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