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Politik

Sachsen hat bislang mehr als 4.000 künstliche Befruchtungen gefördert

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Dresden – Der Freistaat Sachsen hilft beim Kinderwunsch und hat allein bis zum Sommer mit fast 334 000 Euro schon rund 700 Behandlungen bei Paaren bezuschusst. Im vergangenen Jahr seien 825 Ehepaare mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützt worden. Nach Angaben des Sozialministeriums wurden dabei 1011 künstliche Befruchtungen mit knapp 472 000 Euro bezuschusst. Seit 2009 stehen insgesamt schon mehr als 4300 Versuche, Nachwuchs zu bekommen, zu Buche. Eine Erfolgsstatistik gebe es aber nicht, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Seit der Gesundheitsreform 2004 bezahlen gesetzliche Krankenkassen solche Behandlungen nur noch zur Hälfte und ab dem vierten Versuch gar nicht mehr. Sachsen war das erste Bundesland, das betroffene Paare durch Übernahme eines Teils der Kosten entlastet. An dem 2009 aufgelegten Förderprogramm beteiligt sich seit 2013 auch der Bund.

Eine künstliche Befruchtung koste mindestens 3.000 Euro. Sachsen und der Bund übernehmen jeweils bis zu 25 Prozent des Eigenanteils, den Paare tragen müssten. Das Land hilft auch beim vierten Versuch noch mit einem Zuschuss. „Erst mit Kinderlachen und Tränentrocknen ist für viele die Familie wirklich komplett“, sagte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). Ein unerfüllter Kinderwunsch könne leidvoll und belastend für Paare sein.

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Andererseits kamen im vergangenen Jahr nach Behördenmeldungen landesweit acht ungewollte Kinder heimlich zur Welt. Die sogenannte vertrauliche Geburt wurde im Mai 2014 gesetzlich ermöglicht und schützt Frauen, die Schwanger- und Mutterschaft geheim halten wollen. Sie müssen ihre Daten dann nur gegenüber der von ihr aufgesuchten Beratungsstelle offenlegen, deren Mitarbeiter zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.

Die Angaben werden in einem Umschlag versiegelt und sicher verwahrt, die Frau wählt ein Pseudonym für sich. Das vertraulich geborene Kind kommt in die Obhut des Jugendamtes und wird dann in eine Adoptivfamilie vermittelt - wenn die Mutter es nicht doch noch haben will. Nach 16 Jahren hat das Kind dann das Recht, die im Bundesamt für Familie hinterlegten Daten der Mutter einzusehen. Nach Angaben das Bundesfamilienministeriums lagen Ende November 155 dieser „Herkunftsnachweise“ aus allen Bundesländern versiegelt dort.   © dpa/aerzteblatt.de

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