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Ärzteschaft

Deutscher Ärztinnenbund kritisiert Lohnlücke von Frauen gegenüber Männern

Dienstag, 29. Dezember 2015

fotolia

Berlin – Ärztinnen in Deutschland verdienen im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) zum Jahreswechsel hinge­wiesen. Der DÄB begrüßt daher die Vorschläge für ein Gesetz zur Förderung der Entgeltgleichheit von Frauen und Männern von Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD).

„Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit ist ein Gebot von Vernunft und Chancengleichheit– und muss auch für Ärztinnen im Gesundheitswesen gelten“ sagte die DÄB-Vizepräsidentin Gabriele Kaczmarczyk. Sie begrüßte, dass Schwesig mit dem Gesetz eine Berichtspflicht über Entgeltunterschiede anstrebe. Dies könne „einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und zur Veränderung leisten“, so Kaczmarczyk.

Der DÄB betont, es gehe bei der Gleichstellung nicht nur um ungleiches Gehalt, sondern vor allem um ungleiche berufliche Chancen. In Krankenhäusern stellten Frauen bei den Geringer Verdienenden die Mehrheit und seien unter den Besserverdienenden kaum vertreten. In den Praxen liegen Ärztinnen laut dem DÄB bei den Erlösen durch gesetz­lich Versicherte ebenfalls klar hinter männlichen Ärzten. Nur bei Ärztinnen, die tarifvertraglich gebunden seien, entfalle die Lücke.

Dem Verband zufolge sind nur rund 26 Prozent der Leitungsfunktionen in deutschen Krankenhäusern von Frauen besetzt, der Anteil der Chefärztinnen wird auf acht bis zehn Prozent geschätzt. Bei den W3/C4 Professuren stellen Frauen 5,6 Prozent (Zahlen von 2014). „Es muss ein Kulturwandel stattfinden, damit sich perspektivisch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auch in Führungspositionen wie bei Chef­ärztinnen, Klinikleitungen, in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und in der Wissenschaft widerspiegelt“, forderte die DÄB-Präsidentin Regine Rapp-Engels 2014 im Deutschen Ärzteblatt.  © hil/aerzteblatt.de

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Nordmeier
am Mittwoch, 30. Dezember 2015, 12:25

Letztendlich entscheidet die Leistung über das Gehalt.

"Ärztinnen in Deutschland verdienen im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen" Diese Aussage ist anzuzweifeln und scheint an den "Haaren" herbeigezogen. Wenn angestellte männliche Kollegen im Durschnitt mehr verdienen würden wären diese für die PraxisinhaberIn wirtschaftlich doch viel unattraktiver. Handelt es sich um Stichproben oder Selbstauskünfte oder wurden alle Gehälter verglichen? Gerade in Praxen wird angestellten ÄrztInnen erfahrungsgemäß sehr oft eine leistungsabhängige Zulage/Umsatzbeteiligung/Igel-Provision gewährt, so dass die Gesamtvergütung letztlich leistungsabhängig ist.
Loewenherz
am Dienstag, 29. Dezember 2015, 21:39

mir unklar, wieso....

"In den Praxen liegen Ärztinnen laut dem DÄB bei den Erlösen durch gesetz­lich Versicherte ebenfalls klar hinter männlichen Ärzten." - mir nicht ganz klar wieso - gibt es denn andere Abrechnungsmodalitäten/Punktwerte nach Geschlecht? Bin Kliniker, deswegen ist mir das nicht geläufig...

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