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Medizin

Secukinumab: Psoriasismittel wirkt bei Spondylitis ankylosans

Dienstag, 29. Dezember 2015

Amsterdam – Der monoklonale Antikörper Secukinumab, der dieses Jahr zur Behand­lung der Psoriasis eingeführt wurde, hat in zwei randomisierten klinischen Studien im New England Journal of Medicine (2015; 373: 2534-2548) die Symptome von Patienten mit Spondylitis ankylosans gelindert.

Die Spondylitis ankylosans, auch als Morbus Bechterew bekannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Wirbelsäulengelenke, die zu fortschreitenden, irreversiblen Schäden der Wirbelsäule führt, die nach einer knöchernen Fusion der Gelenke zunehmend ihre Beweglichkeit einbüßt und damit zu Behinderungen und einer Einschränkung der Lebensqualität führt. Die Erkrankung gehört zu den rheumatischen Autoimmun­erkrankungen, die häufig auf eine Behandlung mit TNF-Antagonisten ansprechen. Infliximab, Etanercept und andere TNF-Antikörper erzielten jedoch nicht immer die erhoffte Wirkung und machmal werden sie von den Patienten auch nicht vertragen.

Rheumatologen dürften deshalb weitere Optionen begrüßen. Zu ihnen könnte der monoklonale Antikörper Secukinumab gehören, der seine entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung durch die Bindung und dadurch Neutralisierung von Interleukin-17A erzielt, einem weiteren an Autoimmunreaktionen beteiligten Zytokin.

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Der Antikörper wurde im Juni zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis eingeführt. Der Hersteller lässt das Mittel seit 2011 auch an Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spondylitis ankylosans testen, die auf eine Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika nicht angesprochen hatten. Bei einigen Patienten war auch ein Behandlungsversuch mit einem TNF-Antikörper gescheitert.

In den beiden Studien wurden 590 Patienten auf Placebo oder eine Behandlung mit Secukinumab randomisiert. In der MEASURE 1-Studie wurde die Behandlung mit drei intravenösen Behandlungen von Secukinumab im Abstand von jeweils zwei Wochen begonnen.

Die Dosis betrug jedes Mal 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Danach wurde die Behandlung durch subkutane Injektionen von Secukinumab (150 mg oder 75 mg) fortgesetzt. In der MEASURE 2-Studie wurde Secukinumab ausschließlich subkutan verabreicht. In den ersten vier Wochen erfolgte die Behandlung wöchentlich, danach alle vier Wochen in einer Dosierung von 150 mg oder 75 mg. Primärer Endpunkt war eine Verbesserung um 20 Prozent im ASAS-Score.

Dieses Ziel wurde in der höheren Dosierung von 150 mg von etwa 60 Prozent der Patienten erreicht, wobei die intravenösen Loading-Dosierungen keine weiteren Verbesserungen erreichten. Wie Dominique Baeten von der Universität Amsterdam und Mitarbeiter berichten, blieb die Besserung unter fortgesetzter Therapie über mindestens 52 Wochen erhalten.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren eine Nasopharyngitis, eine Dyslipidämie (Anstieg von Cholesterin/Triglyzeriden) sowie Kopfschmerzen. In seltenen Fällen kam es zur Neutropenie, zu Candida-Infektionen oder zu einem Morbus Crohn (wobei es sich zumeist um eine Exazerbation einer vorbestehenden Erkrankung handelt). © rme/aerzteblatt.de

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