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Medizin

Hepatitis C erhöht Parkinsonrisiko

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Taichung City – Eine chronische Hepatitis-C-Infektion könnte das Parkinsonrisiko um rund ein Drittel erhöhen. Dies geht aus einer taiwanesischen Kohortenstudie des China Medical University Hospital hervor. Neurology veröffentlichte die Ergebnisse der Forscher um Chia-Hung Kam (doi:10.1212/WNL.0000000000002307).

Eine chronische Hepatitis-C-Infektion ist in einigen Länder weit verbreitet. In Ländern wie Ägypten (22 Prozent), Pakistan (15 Prozent) und China (3,2 Prozent) ist die Prävalenz deutlich höher als beispielsweise in Deutschland (0,2 Prozent). Die Forscher der Studie berichten, dass das RNA-Virus möglicherweise auch Neurone infizieren könnte. Frühere Studien würden dies nahe legen. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass die Viren den Untergang von Nervenzellen triggern, welche bei ihrem Zelltod Dopamin ausschütten. Ein möglicher Zusammenhang mit Parkinsonerkrankungen sei demnach vorstellbar.

Die Forscher nutzten die Daten von etwa 250.000 Menschen der Taiwan National Health Insurance Research Database, die zwischen 2000 und 2010 erhoben wurden. Von diesen Studienteilnehmern waren rund 50.000 Patienten entweder mit einer Hepatitis C, B oder beiden Viren infiziert. Die restlichen 200.000 Teilnehmer waren virusfrei. Die Forscher prüften die Inzidenz von Parkinsonfällen in den Gruppen. 

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Sie stellten fest, dass Patienten mit einer chronischen Hepatitis C unter Ausschluss anderer Risikofaktoren wie Geschlecht, Alter oder eine manifeste Zirrhose ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko für einen Morbus Parkinson hatten als virusfreie Teilnehmer.

Eine Hepatitis C könnte möglicherweise die Entstehung eines Morbus Parkinson begünstigen. Ein kausaler Zusammenhang sei im Rahmen der Studie nicht zu belegen und begleitende Risikofaktoren wie ein intravenöser Drogenkonsum könnten gleichfalls eine Rolle spielen. Die potenziell neurotropen Effekte des Virus müssten daher besser untersucht werden, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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