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Schmerzmediziner beklagen Unterversorgung in Deutschland

Dienstag, 5. Januar 2016

Oberursel – Eine unzureichende Versorgung von rund 2,8 Millionen schwer schmerz­kranken Patienten in Deutschland beklagt die Deutsche Gesellschaft für Schmerz­medizin (DGS). „Es gibt unzählige Regionen schwarzer Löcher, in denen keine adä­quate Versorgung stattfindet“ zitiert die Fachgesellschaft Anfang Januar die Vize­präsidentin der Deutschen Schmerzliga (DSL) Birgitta Gibson. Nötig seien deutlich mehr Schmerzmediziner und eine bessere geografische Verteilung der therapeutischen Angebote: „Manchen Schmerzpatienten wird heute zugemutet, dass sie 200 Kilometer fahren. Das geht so nicht“, so Gibson.

Für den Präsidenten der DGS, Gerhard Müller-Schwefe, ist eine abgestufte Versor­gungs­landschaft aus freiberuflichen, ambulanten Ärzten das einzige Modell, das geeignet ist, eine flächendeckende Schmerzversorgung sicherzustellen. Erste Anlaufstelle wäre in diesem Modell der Hausarzt, der einen Fachkundenachweis Schmerzmedizin haben sollte. Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie sowie ein künftiger Facharzt für Schmerzmedizin bilden für Müller-Schwefe die nächsten Ebenen.

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„Die Schmerzmedizin muss Teil der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereini­gungen werden“, fordert Müller-Schwefe. Aber Bedarfsplanung und Sicherstellung der Versorgung orientierten sich an Facharztbezeichnungen. Da bisher kein Facharzt für Schmerzmedizin existiere, gebe es auch keine angemessene schmerzmedizinische Bedarfsplanung und damit auch keine Sicherstellung der Versorgung, so der DGS-Präsident.

© hil/aerzteblatt.de

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