Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Schmerzmediziner beklagen Unterversorgung in Deutschland

Dienstag, 5. Januar 2016

Oberursel – Eine unzureichende Versorgung von rund 2,8 Millionen schwer schmerz­kranken Patienten in Deutschland beklagt die Deutsche Gesellschaft für Schmerz­medizin (DGS). „Es gibt unzählige Regionen schwarzer Löcher, in denen keine adä­quate Versorgung stattfindet“ zitiert die Fachgesellschaft Anfang Januar die Vize­präsidentin der Deutschen Schmerzliga (DSL) Birgitta Gibson. Nötig seien deutlich mehr Schmerzmediziner und eine bessere geografische Verteilung der therapeutischen Angebote: „Manchen Schmerzpatienten wird heute zugemutet, dass sie 200 Kilometer fahren. Das geht so nicht“, so Gibson.

Für den Präsidenten der DGS, Gerhard Müller-Schwefe, ist eine abgestufte Versor­gungs­landschaft aus freiberuflichen, ambulanten Ärzten das einzige Modell, das geeignet ist, eine flächendeckende Schmerzversorgung sicherzustellen. Erste Anlaufstelle wäre in diesem Modell der Hausarzt, der einen Fachkundenachweis Schmerzmedizin haben sollte. Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie sowie ein künftiger Facharzt für Schmerzmedizin bilden für Müller-Schwefe die nächsten Ebenen.

„Die Schmerzmedizin muss Teil der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereini­gungen werden“, fordert Müller-Schwefe. Aber Bedarfsplanung und Sicherstellung der Versorgung orientierten sich an Facharztbezeichnungen. Da bisher kein Facharzt für Schmerzmedizin existiere, gebe es auch keine angemessene schmerzmedizinische Bedarfsplanung und damit auch keine Sicherstellung der Versorgung, so der DGS-Präsident.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.05.17
Fersenschmerz: Extrakorporale Stoßwellentherapie besser als Ultraschall und Iontophorese
Eine Reizung und Entzündung der Sehnenplatte in der Fußsohle kann zu Gewebsveränderungen und damit zu Fersenschmerzen führen. / SENTELLO, stock.adobe.com Köln – Im November 2016 hatte das Institut für......
11.05.17
NSAID: Herzinfarktrisiko nimmt schon in der ersten Woche der Einnahme zu
Montreal – Patienten, die wegen entzündlicher Erkrankungen mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum (NSAID) behandelt werden, haben bereits in der ersten Woche ein erhöhtes Risiko, einen......
10.05.17
Guter Schlaf kann Schmerzen lindern (Kaffee hilft auch)
Boston – Ein akuter oder chronischer Schlafentzug erhöht möglicherweise die Schmerzempfindlichkeit. Dies zeigen tierexperimentelle Studien in Nature Medicine (2017; doi: 10.1038/nm.4329), in denen......
10.05.17
Hamburg – Der Konsum starker Schmerzmittel nimmt in Deutschland einem Bericht zufolge stark zu. „Wir haben festgestellt, dass in den vergangenen zehn bis 15 Jahren die Verordnungszahlen von Opioiden......
05.05.17
Einzelpunkt-EEG misst Schmerzen bei Säuglingen
Oxford – Die Ableitung einer einzelnen EEG-Elektrode kann offenbar anzeigen, ob ein Säugling unter Schmerzen leidet. Britische Forscher stellen den Test in Science Translational Medicine (2017; 9:......
12.04.17
Chirotherapie: Meta-Analyse sieht begrenzte Wirkung bei Kreuzschmerzen
Los Angeles – Die Chirotherapie, die untere Rückenschmerzen durch gezielte manuelle Eingriffe lindern will, erzielt laut einer Meta-Analyse im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; 317: 1451-1460)......
27.03.17
Neue Leitlinie zu Opioidfehlgebrauch in der Schmerztherapie
Frankfurt am Main – Eine eigene Praxisleitlinie zur Substitutionsbehandlung bei Opioidfehlgebrauch in der Schmerztherapie hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) vorgestellt.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige