Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Telemedizinischer Expertenrat für Kinder- und Jugendärzte

Donnerstag, 7. Januar 2016

Berlin – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Barmer GEK wollen die Behandlung von Kindern- und Jugendlichen mit chronischen und seltenen Erkrankungen durch ein Telemedizin-System verbessern. Mit „PädExpert“ können niedergelassene Kinderärzte zunächst in Bayern einen Experten für pädiatrische Spezialgebiete online zu Rate ziehen, um Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen. Im Laufe des Jahres will die Barmer GEK das Angebot für ihre Versicherten dann bundesweit ausrollen.

www.paedexpert.de
„Vor allem für Patienten auf dem Land ist PädExpert eine deutliche Verbesserung der Versorgung, da Experten hauptsächlich in Ballungsgebieten angesiedelt sind“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ. Telemedizinische Konsultationen seien zudem wichtig, weil die Zahl der Praxen in ländlichen Gebieten rückläufig sei. Außerdem könnten damit unnötige Termine beim Facharzt vermieden werden.

Kein Warten auf Facharzttermine
„Mit PädExpert kann zum einen wochenlanges Warten auf einen Facharzttermin vermieden werden“, betonte Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer GEK. Zum anderen verkürze sich die Diagnosestellung im Schnitt um 16 Tage. „In zwei von drei Fällen mussten die jungen Patienten den Facharzt nicht mehr aufsuchen“, so Rafii. Das telemedizinische Konsultationssystem wurde von Kinder- und Jugendärzten in Bayern über drei Jahre entwickelt und getestet.

Der Expertenrat soll zunächst bei zehn Indikationen zum Einsatz kommen, etwa bei Rheuma, Zöliakie und dermatologischen Erkrankungen. Binnen 24 Stunden sollen die teilnehmenden Kinder- und Jugendärzte die Einschätzung eines Experten bekommen und so nicht eindeutige Befunde abklären lassen. „Wir sind dabei, bundesweit einen Pool an ambulant und stationär tätigen Pädiatern aufzubauen“, berichtete Fischbach.

Hohes Maß an Datensicherheit
„Wir wissen, dass viele Ärzte sehr skeptisch in Bezug auf die Digitalisierung sind“, sagte der Präsident des BVKJ weiter. Deshalb sei für PädExpert ein Verfahren entwickelt worden, das ein hohes Maß an Datensicherheit gewährleiste. Bei der Übertragung von Anfragen von einem Arzt zum anderen würden die persönlichen Daten des Patienten von den medizinischen Daten vor der verschlüsselten Übertragung getrennt und auf verschiedenen Servern in Deutschland gespeichert. © pb/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.10.17
Ärzte fordern intelligente Patientenakte und wollen bei Tests mitreden
Dortmund – Die vernetzte elektronische Patientenakte (ePA) ist derzeit als wesentliche Komponente der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein viel diskutiertes Thema. Wesentliche Fragen zur......
18.10.17
Internetbasierte Akzeptanz- und Commitment-Therapie reduziert Schmerzen
Freiburg – Chronische Schmerzen akzeptieren – das lernen Patienten bei einer onlinebasierten Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Der Ansatz kann Schmerzen reduzieren und führt gleichzeitig zu......
16.10.17
Wissenschaftliche Nutzung von Gesundheitsdaten: Plädoyer für Bund-Länder-Staats­vertrag
Kiel – Die rasante Zunahme und Verbreitung digitaler Gesundheitsdaten bietet große Chancen, aber auch Risiken für die medizinische Forschung. In Deutschland fehlt unter anderem aufgrund der föderalen......
16.10.17
Ärger um Praxisausweis
Berlin – Damit Praxen ein Teil der neuen Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) werden können, benötigen Ärzte neben Konnektor, Kartenterminal und VPN-Zugangsdienst vor allem den Praxisausweis (SMC-B). Dieser......
13.10.17
Das „Wie“ der Telemedizin ist entscheidend
Berlin – Telemedizin soll den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzen und nicht ersetzen. Dies war ein Fazit des Symposiums „Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit – Perspektiven einer Ethik......
13.10.17
Praxisinfo zum Versichertenstamm­datenmanagement
Berlin – Um Ärzte und Psychotherapeuten den Umgang mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu erleichtern, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine neue Praxisinformation......
10.10.17
AOK geht mit Portal zum Austausch von Gesundheitsdaten an den Start
Berlin – Für den AOK-Bundesverband drängt die Zeit: Der Verband der elf regionalen AOKen will bei der Digitalisierung nicht länger auf Entscheidungen der Politik oder Selbstverwaltung warten und hat......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige