Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Schweiz: Deutliche Kritik am Fall­pauschalen-System

Dienstag, 12. Januar 2016

Bern – Auch in Schweiz steht das Fallpauschalen-System zur Finanzierung von Krankenhausleistungen in der Kritik. „Die Ärzte in der Akutsomatik verwendeten bloß noch rund einen Drittel ihrer Zeit für patientennahe Tätigkeiten, diejenigen in der Psychiatrie und in der Rehabilitation sogar nur etwa einen Viertel“, heißt es in einer Studie der Swiss Medical Association (FMH). Sie vertritt nach eigenen Angaben rund 39.400 Ärzte im Land. Das Forschungsinstitut gfs.bern befragt seit 2011 jedes Jahr die Spitalärzte in der Schweiz im Auftrag der FMH.

Die aktuelle Befragung zeigt, dass der administrative Aufwand der Klinikärzte auch in der Schweiz steigt: In der Akutsomatik verbrachten Ärzte im Jahr 2015 durchschnittlich rund 15 Minuten mehr Zeit pro Tag mit Dokumentationsarbeiten als 2011. Besonders betroffen seien die Assistenzärzte: 27 Prozent ihrer Arbeitszeit verbrauchten sie für Dokumentationsarbeiten. „Dies ist insofern kritisch, als sie möglichst viel Zeit ihrer Weiterbildung für die Tätigkeit am Patient erhalten sollten“, so die Studienautoren.

Seit vier Jahren rechnen Spitäler in der Akutsomatik mit dem Fallpauschalensystem SwissDRG ab. Per Januar 2018 sollen zwei neue stationäre Tarifsysteme hinzukommen: TARPSY für die Psychiatrie und ST Reha für die Rehabilitation.

Ebenfalls problematisch laut der Studie ist ein anderer Trend, der sich auf die Behand­lungsqualität auswirken könnte: Rund die Hälfte der Spitalärzte geben an, meistens oder häufig unter Stress zu leiden. Aber trotz hoher Arbeitsbelastung ist die Mehrheit der Ärzte sehr oder eher zufrieden mit ihrer Tätigkeit. Dies dürfte unter anderem mit der hohen Berufsidentifikation und der guten Zusammenarbeit im Team zusammenhängen: Rund 95 Prozent der Spitalärzte sind zufrieden oder eher zufrieden mit ihrem Team. 

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

31.08.17
Schweiz erlaubt Genuntersuchungen an Embryonen
Bern – Ab dem 1. September dürfen Ärzte in der Schweiz nach einer künstlichen Befruchtung den Embryo auf bestimmte genetische Merkmale untersuchen. Die Richtlinien sind so eng gefasst wie in......
24.08.17
TK will für Operationen einheitliche Preise in Kliniken und Praxen
Berlin – Die Techniker Krankenkasse (TK) dringt auf gleiche Preise für vergleichbare medizinische Eingriffe im Krankenhaus und in Arztpraxen. „Bei diesen Leistungen muss endlich der Grundsatz......
23.08.17
Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung muss angemessen vergütet werden
Berlin – GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben sich auf Regeln für eine stationsäquivalente psychiatrische Behandlung......
16.08.17
Qualitätsorientierte Vergütung gefährdet Fachkliniken
Freiburg – Leistungsstreichungen, Kürzungen diagnosebezogener Fallpauschalen und qualitätsorientierte Vergütungen durch „Pay-for-Performance-Modelle“: Die politischen Maßnahmen zur Umsetzung des......
07.08.17
Augen-Operateure favorisieren belegärztliche Versorgung
Düsseldorf – Eine belegärztliche Versorgung im Krankenhaus ist für Krankenkassen kostengünstiger als ein Eingriff, der in einer Hauptabteilung des Krankenhauses vorgenommen wird. Darauf hat der......
15.05.17
Krankenhausreform: „Die Qualitätsdiskussion ist vergiftet“
Berlin – Experten haben die Auswirkungen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) auf die deutsche Krankenhauslandschaft diskutiert. Bemängelt wurden vor allem diverse Aspekte des fallpauschalisierten......
11.05.17
„Wir müssen mit dem hohen Dokumentations­aufwand leben“
Trier – Ärzte sind in Krankenhäusern alltäglich einem vermehrten wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Der nimmt immer weiter zu. Grund ist nicht zuletzt das DRG-System, das entsprechende Anreize setzt.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige