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Politik

Arbeitgeber und Gewerkschaften kritisierten einheitliche Pflegeausbildung

Dienstag, 12. Januar 2016

Berlin – Die Arbeitgeber und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben die geplante Zusammenführung der Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege kritisiert. Die Vereinheitlichung führe zu einer "Schmalspurausbildung", die den sehr komplexen Anforderungen der einzelnen Pflegerichtungen nicht gerecht werde, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach vor der geplanten Beratung des Gesetzentwurfs am Mittwoch im Bundeskabinett. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber­verbände (BDA) nannte die Reform „unausgegoren”.

Derzeit gibt es drei eigenständige Berufsausbildungen im Pflegebereich - zum Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinder­krankenpfleger. Der von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) vorgelegte Entwurf für das neue Pflegeberufsgesetz sieht künftig eine generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachfrau vor. Der Start der neuen Ausbildung ist für den 1. Januar 2018 vorgesehen.

Die bloße Zusammenlegung der Pflegeausbildung „vernachlässigt die sehr komplexen Anforderungen der einzelnen Pflegerichtungen, beispielsweise die Unterschiede zwischen Langzeit- und Akutpflege", warnte Buntenbach am Dienstag. Kompetenzen einzuebnen mache Pflegeberufe nicht attraktiver.

Der Arbeitgeberverband forderte deutliche Nachbesserungen. Andernfalls drohten „negative Folgen für die gesellschaftlich immer wichtigere Altenpflege". Der Umbau der Pflegeausbildung dürfe nicht dazu führen, dass der bereits bestehende Fachkräftemangel in der Altenpflege noch weiter verstärkt werde, erklärte die Bundesvereinigung.

Über eine Zusammenführung der Pflegeausbildung wird bereits seit Jahren diskutiert. Der nun vorliegende Gesetzentwurf sieht eine dreijährige Fachkraftausbildung mit Unterricht an Pflegeschulen und einer praktischen Ausbildung vor, während der die Auszubildenden sich einen Schwerpunkt auswählen können.

Mit der Ausbildungsreform will die Koalition den Wechsel zwischen den verschiedenen Pflegebereichen einfacher gestalten und den Beruf insgesamt attraktiver machen. Geplant ist auch ein berufsqualifizierendes Pflegestudium. © afp/aerzteblatt.de

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