Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

IQWiG bestätigt seine Bewertung von Regorafenib bei metastasiertem Darmkrebs

Mittwoch, 13. Januar 2016

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht weiterhin einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Regorafenib (Handels­name Stivarga) bei Erwachsenen mit metastasiertem Darmkrebs. Zwar hätten die Patienten einen Überlebensvorteil, allerdings träten bestimmte schwere Neben­wirkungen häufiger auf.

Das IQWiG bestätigt damit seine Bewertung vom Januar 2014. Die neuerliche Prüfung war notwendig, weil der Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), der letztlich über den Zusatznutzen entscheidet, seinen Beschluss befristet hatte.

Auch für die neue Bewertung hat der G-BA die sogenannte „best supportive care“ als zweckmäßige Vergleichstherapie bestimmt. Darunter wird diejenige Therapie verstanden, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet.

In seinem zweiten Dossier legte der Hersteller Daten aus zwei randomisierten kontrollier­ten Studien vor. Allerdings fehlen laut dem IQWiG weiterhin Daten zu Patienten mit schlechterem Allgemeinzustand. Der G-BA hatte aber die Befristung seines Beschlusses 2014 unter anderem mit dem Fehlen eben dieser Daten begründet.

Beim Gesamtüberleben gibt es dem Qualitätsinstitut zufolge einen statistisch signifi­kanten Unterschied zugunsten von Regorafenib, woraus sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ableiten lässt. Aber zugleich träten schwere Neben­wirkungen unter Regorafenib häufiger auf.

Das gelte insbesondere für bestimmte Hautausschläge, das Hand-Fuß-Syndrom sowie für schwere Müdigkeit (Fatigue) und Durchfall. Das IQWiG sieht für schwere Neben­wirkungen insgesamt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden mit dem Ausmaß „erheblich“. Dieser Nachteil wiege den Überlebensvorteil jedoch nicht völlig auf.

Wie bei der ersten Dossierbewertung sieht das IQWiG deshalb in der Gesamtschau einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Regorafenib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Der G-BA muss nun wieder die letzte Entscheidung über das Ausmaß des Zusatznutzens treffen.  © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.04.17
Vorsorge: Darmkrebsrisiko steigt nach positivem Stuhltest erst langsam an
Oakland – Der Nachweis von okkulten Blut im Stuhl muss möglichst rasch durch eine Koloskopie abgeklärt werden. Eine europäische Qualitätsleitlinie fordert einen Termin innerhalb von 31 Tagen. Das......
02.03.17
USA: Anstieg der Darmkrebs­erkrankungen bei jungen Erwachsenen
Atlanta – Während der Darmkrebs in den USA bei älteren Erwachsenen immer seltener wird, ist die Inzidenz bei jungen Erwachsenen dramatisch angestiegen. Die nach 1990 Geborenen haben laut einer Studie......
28.02.17
Weniger Menschen in Deutschland an Darmkrebs gestorben
Berlin – Zum Auftakt des diesjährigen Darmkrebsmonats März hat die Felix-Burda-Stiftung auf die sinkende Darmkrebsmortalität in Deutschland hingewiesen. „Erneut sind die Anzahl der Todesfälle an......
21.02.17
Portland/Oregon – Der gastrointestinale Stromatumor (GIST), ein unheilbares Sarkom, das früher innerhalb kurzer Zeit zum Tod führte, kann heute langfristig mit dem Kinase-Inhibitor Imatinib......
14.02.17
Köln – Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes mit der Früherkennung von Darmkrebs. Die Forschergruppe um Hermann Brenner und Michael Hoffmeister......
30.01.17
Boston – Kann eine gesunde Ernährung vor Darmkrebs schützen? Menschen, die sich vollwertig ernährten, erkrankten in zwei prospektiven Beobachtungsstudien in JAMA Oncology (2017; doi:......
04.01.17
Portland – Nahrungsergänzungsstoffe wie Vitamin E und Selen können die Vorläufer von Kolon- und Rektumkarzinomen nicht verhindern. Das berichten Forscher des SWOG – eines Netzwerkes für klinische......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige