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Politik

Leitlinien­empfehlungen für ein mögliches Chroniker­programm Rückenschmerz

Donnerstag, 14. Januar 2016

dpa

Köln – Die Empfehlungen der maßgeblichen Leitlinien zum chronischen Rückenschmerz sind weitgehend einheitlich und decken alle wichtigen Versorgungsaspekte ab. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Institut hatte den Auftrag, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Empfehlungen zu identifizieren, die für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) „chronischer Rückenschmerz“ von Bedeutung sein könnten.

Hintergrund ist eine Ankündigung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom August 2014, für vier Krankheitsbilder zu prüfen, ob sie sich für die Entwicklung neuer strukturierter Behandlungsprogramme eignen. Dabei handelt es sich um rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose und Rückenschmerz.

Das IQWiG hat insgesamt sechs Leitlinien einbezogen und ausgewertet. Die Autoren betonen, dass es bei der Diagnostik vor allem darauf ankomme, diejenigen Risiko­faktoren zu identifizieren, die zu einer Chronifizierung führen können. Die Leitlinien thematisieren hier einheitlich die standardisierte Symptomerfassung, das Erfassen psychosozialer Risikofaktoren sowie Bildgebung, Blutuntersuchung und diagnostische Nervenblockaden.

Neben der medikamentösen und der invasiven Therapie nennen die Leitlinien auch eine Vielzahl von nichtmedikamentösen Maßnahmen. Dazu gehört neben Massagen, manueller Therapie, Bewegung und Physiotherapie sowie Yoga auch die Verhaltens­therapie. „Auffällig ist, dass die Leitlinienautoren häufig von bestimmten Verfahren abraten. Das betrifft zum Beispiel Massagen, Bettruhe, die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) oder den therapeutischen Ultraschall“, berichtet das IQWiG.

Obwohl die Leitlinien-Empfehlungen weitgehend deckungsgleich sind, gibt es auch Inkonsistenzen: So bei der medikamentösen Therapie mit Paracetamol und Phytotherapeutika, der Akupunktur sowie der Diskografie, einem röntgengestützten Diagnoseverfahren zur Darstellung der Bandscheibe. © hil/aerzteblatt.de

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