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Ärzteschaft

Diabetologen kritisieren Ernährungs­gewohnheiten der Deutschen

Donnerstag, 14. Januar 2016

Düsseldorf – Deutliche Kritik an den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen übt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Fachgesellschaft widerspricht damit einem Report des Landwirtschaftsministeriums, wonach die meisten Deutschen es schaffen, sich im Alltag gesund und ausgewogen zu ernähren. Das Ministerium stützt diese Aussage im Vorfeld der internationalen grünen Woche in Berlin auf eine Telefonumfrage bei rund eintausend Bürgern.

„Diese Darstellung des Ministeriums widerspricht fundamental der Ernährungsrealität in Deutschland“, erklärte dagegen der DDG-Präsident Baptist Gallwitz. Der viel zu hohe Verbrauch von Zucker, Fett und Salz sowie die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Frauen und Zweidrittel der Männer übergewichtig seien, werden dabei übersehen. Die Fachgesellschaft wirft dem Ministerium vor, mit Suggestivfragen und geschickten Auslassungen im Rahmen der Umfrage ein geschöntes Bild der Ernährungssituation in Deutschland zu geben. „Offensichtlich versucht das Ministerium dem dringenden politischen Handlungsbedarf auszuweichen“, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG.

Die Fachgesellschaft kritisiert das Landwirtschaftsministerium schon länger und wirft diesem vor, einseitig die Interessen der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduzenten zu vertreten. Im Oktober vergangenen Jahres forderte die DGG daher, die Zuständigkeit für Ernährung als Strategie der Prävention und Gesund­heits­förder­ung aus dem Land­wirtschaftsministerium ins Ge­sund­heits­mi­nis­terium zu verlagern. „Immerhin stellt die moderne Ernährung mit zu viel Fett, Zucker und Salz neben Rauchen, Alkoholkonsum und körperlicher Inaktivität eine der Hauptursachen für nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs dar“, so die Fachgesellschaft.

Die DDG kritisiert, das Landwirtschaftsministerium lehne Maßnahmen wie ein Verbot von an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung oder die Einführung einer Zucker-Fett-Steuer ab. „Das ist keine Überraschung, wenn man die Strukturen genauer betrachtet“, erläuterte Garlichs. Schließlich sei das Ministerium für die Lebensmittelerzeugung zuständig, zu der auch die deutsche Zuckerindustrie gehöre. © hil/aerzteblatt.de

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L.A.
am Montag, 18. Januar 2016, 09:45

Man kann sich billig UND gesund ernähren !

@ Widerstand: Es ist ein Märchen, dass gesunde Ernährung mehr Geld kosten MUSS ! Und dass sich "Arme" eine gesunde Ernährung nicht leisten können !
Ich würde ja gern mit Ihnen durch einen Supermarkt/ Diskounter gehen und Ihnen zeigen, wie man preisgünstig UND gesund einkauft !
Zuerst: keine zuckerhaltigen Getränke, kein Cola-Fanta-Fruchtnektar !
Widerstand
am Freitag, 15. Januar 2016, 12:46

Falsch- Mangeernährung? Das stört doch keinen Merkel & Co.

"Kritik an den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen übt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG"
Herzlichen Glückwunsch DDG, aufgewacht?!
Ich bin Diabetiker und habe nur eine Frage: "Von was sollen die Menschen ohne goldene Kloschüsseln denn eine gesunde Ernährung bezahlen? Wenn darum geht das eigene Profil zu stärken, schreien alle HIER ICH! Aber wenn es darum geht die Armut und die damit einhergehende Falsch- Mangelernährung zu bekämpfen und die verantwortlichen Politiker wie Merkel und Co zum Teufel zu jagen, dann ziehen alle den Schwanz ein und wollen bloß nicht auffallen.

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