Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Staatliche Stelle für medizinisches Cannabis

Donnerstag, 14. Januar 2016

Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium für Gesundheit (BMG) plant eine staatliche Stelle, die sich mit dem Aufkauf, der Inbesitznahme  und dem Weiterverkauf von in Deutschland geerntetem Cannabis befassen soll. Das geht aus dem Referentenentwurf zum „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ hervor. Das Gesetz dient dazu, chronisch kranke Patienten nach ärztlicher Indikation mit Medizinalhanf (getrocknete Cannabisblüten, Cannabisextrakte) in kontrollierter pharmazeutischer Qualität versorgen zu können.

Derzeit besitzen 527 Patienten in Deutschland eine Ausnahmeerlaubnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Bezug von Medizinalhanf, heißt es in dem Gesetzentwurf. 48 Kilogramm Cannabisblüten mussten allein in 2014 aus dem Ausland importiert werden, um die Versorgung der Betroffenen sicherzustellen; 2013 waren es 32 Kilogramm.

Kostenerstattung durch die GKV
Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass Versicherte der Gesetzlichen Kranken­versicherung bei therapeutischer Notwendigkeit Medizinalhanf und Cannabis-Fertigarzneimittel (Dronabinol, Nabilon ) erstattet bekommen. Bisher müssen die betroffenen chronisch Kranken die Kosten von ­ je nach Tagesbedarf ­  bis zu 1.800 Euro monatlich für Medizinalhanf selbst tragen. Viele Betroffene nutzen die Ausnahme­erlaubnis des BfArM deshalb nicht und bauen Cannabis selbst an.

Vermutlich steigender Bedarf
Aufgrund dieser neuen Erstattungsmöglichkeit rechnet das BMG mit einem steigenden Bedarf an Medizinalhanf in Deutschland und einem entsprechend höheren Arbeits­aufwand für das BfArM. Die neu einzurichtende staatliche Stelle soll beim BfArM angesiedelt sein. Das BMG geht von fünf Mitarbeitern aus, die sich künftig unter anderem mit der „Ausschreibung des Bedarfs, der Kontrolle des Cannabisanbaus, der Organisation der Belieferungen von Großhändlern und Apotheken, der Einrichtung einer effektiven Verteilungsstruktur sowie der Verhinderung der Nutzung für unerlaubte Zwecke“ befassen sollen. © pb/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.05.17
Freiburg – Die Verordnung von medizinischem Cannabis für schwerkranke Patienten ist zu kompliziert und muss verändert werden. Das haben heute die Delegierten des 120. Deutschen Ärztetags angemahnt.......
22.05.17
Medizinalcannabis: Ärzte kritisieren Umgang der Krankenkassen mit Anträgen auf Kostenerstattung
Rüthen – Die ersten Anträge von Patienten, die mit Medizinalcannabis therapiert werden sollen, liegen den Krankenkassen vor. Die Kostenübernahme darf nur in begründeten Fällen abgelehnt werden. Dies......
17.05.17
Grüne scheitern mit Cannabis­kontrollgesetz
Berlin – Die Grünen-Bundestagsfraktion ist mit ihrem Entwurf für ein Cannabiskontrollgesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestages gescheitert. Die Fraktionen von Union und SPD stimmten heute im......
12.05.17
Cannabis: Erstattung erst nach Genehmigung der Kasse möglich
Berlin – Cannabis kann als Leistung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erst dann erstattet werden, wenn diese zunächst von einem Arzt verordnet und zudem von der Krankenkasse genehmigt......
09.05.17
Cannabis: „Low-Dose“-THC hält Altern des Gedächtnisses (bei Mäusen) auf
Bonn – Die Behandlung mit Tetrahydrocannabinol (THC) in einer niedrigen Dosierung, die keine Rauschwirkung erzielt, hat in Experimenten an Mäusen die Alterungsvorgänge im Hippocampus aufgehalten und......
03.05.17
Mexiko-Stadt – Mit großer Mehrheit hat das mexikanische Parlament den Weg für die Freigabe von Marihuana für medizinische Zwecke geebnet. 371 Abgeordnete stimmten in Mexiko-Stadt für den......
28.04.17
Berlin – Aus der in Berlin geplanten Studie über Cannabis-Konsum mit 25.000 Probanden wird vorerst nichts. Der Hamburger Forschungsleiter, der Professor für Klinische Psychologie Thomas Schnell,......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige