NewsAuslandWHO und Hilfswerke in Alarmbereitschaft wegen neuem Ebola-Toten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

WHO und Hilfswerke in Alarmbereitschaft wegen neuem Ebola-Toten

Freitag, 15. Januar 2016

Desinfektionsmaßnahmen sind weiterhin unabdingbar /dpa

Berlin/Genf – Einen Tag nach dem erklärten Ende der Ebola-Epidemie ist in Sierra Leone erneut ein Ebola-Todesfall bekannt worden. Die infizierte Person war nach Angaben von Hilfswerken am Dienstag gestorben und postum positiv auf das Virus getestet worden. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) bekräftigte am Freitag, es bestehe die Mög­lichkeit, dass die Krankheit wiederaufflamme. Das Virus könne lange in Überleben­den weiterbestehen.

Am Donnerstag hatte die WHO die drei Hauptländer der Epidemie, Sierra Leone, Guinea sowie zuletzt Liberia für Ebola-frei erklärt. In allen drei Ländern war seit 42 Tagen, der doppelten Ansteckungszeit, kein neuer Fall aufgetreten. Zugleich betonte die WHO, dass der Kampf gegen die Krankheit nicht beendet sei.

Anzeige

"Das war zu erwarten"
Das Missionsärztliche Institut in Würzburg zeigte sich wenig überrascht über den erneuten Ebola-Fall. „Das war zu erwarten, das Thema ist nach wie vor nicht erledigt”, sagte die Tropenmedizinerin Sabine Gies. Die Menschen in Westafrika seien noch immer weit entfernt von der Normalität. Liberia sei schon zweimal für frei von Ebola erklärt worden.

Die Medizinerin rechnet mit einigen Rückfällen unter den rund 20.000 Ebola-Überlebenden – wie viele sei schwer vorhersagbar. Umso wichtiger sei eine gute Nachbetreuung der Patienten. Die Probleme der Überlebenden reichten von schweren psychischen Beeinträchtigungen bis hin zu chronischen Schmerzen oder Sehstörungen. Die Gesundheitsdienste in Afrika müssten dringend gestärkt werden, betonte Gies. Dazu gehöre auch die Schulung von Personal und bessere Hygienestandards.

Flächendeckende Überwachung weiterhin notwendig
Ärzte ohne Grenzen warnte davor, Vorsichtsmaßnahmen leichtsinnig zu verringern. Es brauche weiterhin eine flächendeckende Überwachung in allen drei Ländern, jeder Ebola-Fall müsse sofort gemeldet werden. Nur durch eine konsequente Nachverfolgung der Kontaktpersonen lasse sich ein erneuter größerer Ausbruch verhindern. Da es nie zuvor eine Ebola-Epidemie dieser größer gegeben habe, fehlten zudem jegliche Erfahrungen zu Spätfolgen bei Ebola-Überlebenden.

Laut WHO infizierten sich in den betroffenen Ländern etwa 29.000 Menschen mit dem Virus, circa 11.300 Menschen starben. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. September 2020
Frankfurt – Das Zaire Ebolavirus wird vermutlich durch verschiedene Flughund- und Fledermausarten übertragen. Der Lebensraum dieser Tiere ist in Afrika größer als gedacht. Das berichten
Lebensraum von Ebola-übertragenden Tieren größer als gedacht
2. Juni 2020
Kinshasa – Die Demokratische Republik Kongo hat einen Ebolaausbruch im Nordwesten des Landes vermeldet – nur wenige Wochen bevor es hoffte, das offizielle Ende der Epidemie im ganzen Land ausrufen zu
Neuer Ausbruch von Ebola im Kongo
15. April 2020
Goma − Im Kongo ist ein weiterer Ebolafall aufgetreten. Das siebenjährige Mädchen aus der Stadt Beni ist innerhalb kurzer Zeit der dritte infizierte Mensch, der von den Behörden des
Ebola im Ostkongo weiterhin aktiv
3. März 2020
Johannesburg – Bei der Ebola-Epidemie im Kongo ist nach Auskunft der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die letzte Patientin entlassen worden. Sie war im ostkongolesischen Beni behandelt worden. „Die
WHO meldet Entlassung von letzter Ebola-Patientin im Kongo
28. Februar 2020
Genf – Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie im Kongo gibt es nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) weitere Fortschritte. Wie die WHO gestern Abend mitteilte, wurden zwischen dem 18. und dem
Sieben Tagen lang kein neuer Fall von Ebola im Kongo
13. Februar 2020
Genf – Trotz Erfolgen im Kampf gegen das lebensgefährliche Ebola-Virus im Kongo schätzt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die Lage weiter als ernst ein. Sie beschloss gestern Abend, die im Juli
Ebola im Kongo weiterhin gesundheitliche Notlage
12. Februar 2020
Goma/Genf – Helfer im Kongo bringen die gefährliche Ebola-Epidemie langsam unter Kontrolle – doch Entwarnung gibt es noch nicht. Die Zahl der neuen Fälle sei in den vergangen Monaten stark gesunken,
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER